Re: Fertan ist sauer, zu Recht ?


[ Forum für Rostschutz und Fahrzeugrestauration ]


Geschrieben von FERTAN GmbH am 25. August 2000 15:00:18:

Als Antwort auf: Fertan ist sauer, zu Recht ? geschrieben von Martin am 08. Juli 2000 18:00:13:

>Auch Autobild hat momentan einen Langzeittest bezüglich Hohlraumkonservierung laufen und Fertan kein besonders löbliches Zwischenergebnis zugeteilt. Siehe nun die neuesten Annoncen von Fertan in den einschlägigen Zeitschriften: 'BILD Dir doch Deine eigene Meinung.'Ich denke, Fertan kann einem in ihren Broschüren viel erzählen. Fakt ist, daß schon 1988/89 im Test von Motor Klassik (damals noch eine Oldtimer-Zeitschrift, heute ein Käseblatt für Schicki-Mickis) Fertan relativ schlecht abgeschnitten hat. Damals wurde die Fertan-Rostumwandlerschicht mit Fertan-Hohlraumwachs versiegelt. Das sah ja ganz adrett aus, aber wen juckt das in einem Hohlraum ? Als die Kästen nach einem Jahr geöffnet wurden, zeigte sich, daß die schwarze Umwandlerschicht am Abblättern war und damit auch das ausgehärtete Wachs wegdrückte und es darunter rostete als hätte man gar nichts gemacht. Auch ich habe schon einige Hohlraumkonservierungsmittel an meinen Autos ausprobiert. Einer meiner Autos ist ein höchst rostanfälliger Alfa Bj. 72, der 1989/90 mit sehr vielen Neuteilen restauriert wurde (war eine Ruine). Diesen hab' ich mit Mike Sander's Korrosionsschutzfett behandelt. Das war im Jahre 1995 und bis heute sind die behandelten Hohlräume rostfrei. Das Mittel ist zwar etwas unhandlich zu verarbeiten, muß auf 100 C erhitzt werden. Es gibt meist eine Riesensauerei. Der Auftrag ist zu Anfang auch meist nicht gleichmäßig, aber schon nach 1 Sommer zeigte sich, daß das Mittel von allein überall hin kroch. Und heute kommt das Zeug aus allen nicht hundertprozentig geschlossenen Falzen raus. Mein Fazit ist, daß das Einzige, was überzeugen kann, Mittel sind, die von alleine kriechen und alles, was innerhalb weniger Tage aushärtete, nichts taugen kann, weil es bei der Hohlraumkonservierung an einem alten Auto nicht gewährleistet ist, daß das Mittel sofort überall hin gelangt. Wer es perfekt machen will, kann die Hohlräume vor der Behandlung mit Wasser kräftig spülen. Kurzfristig schadet das dem Blech nicht. Nach ein paar Tagen Trocknungszeit, am besten im Sommer, kann man dann die Versiegelung durchführen. Außerdem ist das Fett höchst preiswert. 4 kg, die für ein ganzes auto mittlerer Größe ausreichen, kosten so um die DM 85,--. Und eine Vorbehandlung mit Fertan kann man sich getrost sparen, denn eine mit Mike Sander's Fett behandelte angerostete Fläche rostet nicht weiter, ob mit Fertan behandelt, oder nicht. Wenn man mit Mike Sander's arbeitet, wäre meiner Ansicht nach eine Vorbehandlung mit Fertan rausgeschmissenes Geld. Immerhin kostet der Liter meinen Beobachtungen zufolge bis zu DM 55,--. So langsam erkennen einige Oldtimer-Freaks das alles und Fertan sieht seine Felle davonschwimmen. Ich habe auch schon von außen erreichbare Bleche mit Fertan behandelt und kurzfristig Lackhaftungsprobleme bekommen. Ich komme wieder mehr und mehr weg von dem Zeugs. Letzter Einsatz war das Entrosten eines Tanks von außen. Da bin ich erstmal konventionell vorgegegangen und habe abgebeizt, so gründlich wie möglich mit der Drahtbürste entrostet und einmal mit Fertan eingestrichen, um die letzten Rostreste in den Poren und in der Bördelnaht zu erreichen. Nach 48 Std. habe ich den Tank gründlichst mit viel, viel Wasser abgewaschen. Ein feuchtes Tuch reicht nicht. Mal sehen was kommt. Das ist jetzt erst 1/2 Jahr her, da möchte ich noch keine abschließende Beurteilung abgeben. Aber für den Preis, den Fertan aufruft, muß die Behandlung eigentlich min. 5 Jahre halten, sonst muß mein Urteil leider vernichtend ausfallen. Abschließend noch ein paar Worte zu 'Kurzzeitbehandlungen'. Da Mike Sander's wie gesagt sehr umständlich zu verarbeiten ist, gehe ich, wenn ich irgendwo Rostansatz entdecke so vor, daß ich die Stelle vorerst, bis ich dazu komme sie 'richtig' zu behandeln, mit Fluid-Film Gel bestreiche oder falls schlecht erreichbar, dick mit Fluid-Film-Spray einsprühe. Das ist ebenfalls ein Mittel mit Dauerkriecheigenschaften. Es ist ein Mittel auf Lanolinbasis und wurde ursprünglich entwickelt um Seewassertanks von Schiffen zu behandeln. Irgendwann wurde es für die Oldtimerei entdeckt und die Herstellerfirma bot es dann auch in kleinen Gebinden an. Man bekommt 1 l - Flaschen, 400 ml Spraydosen und 1 kg-Gebinde Gel zum Streichen.
>>...schon vor 10 Jahren hat man festgestellt UND empfohlen, dass Fertan anstatt mit dem vom Hersteller empfohlenen Zeug stattdessen in Kombination mit M.sanders eingesetzt werden sollte!

FERTAN antwortet:

Nein, FERTAN ist nicht sauer !
Enttäuscht von dem Ergebnis schon.

Aber es freut uns sehr, daß Ihr Auto durch Verwendung von Hohlraum – Fett seit 1995 rostfrei ist.

Leider schreiben Sie, daß in dem 3 Jahre dauernden Test, in Auftrag gegeben durch das Magazin Motor Klassik, durchgeführt von der FMPA ( Forschungs und Materialprüfanstalt Baden Württemberg ) unser Produkt schlecht abgeschnitten hätte.

Dies Darstellung ist falsch !

Richtig ist :

Wie Sie im Abschlußheft des Teste, Motor Klassik Ausgabe 1 / 88, Seite 101 bitte nachlesen wollen:

„Der verrostete Kasten B erhielt zunächst per HV – Pistole eine rostwandelnde Injektion mit FERTAN, danach wurde ebenfalls Terotex ( als Hohlraumwachs ) eingesprüht. Das Mittel FERTAN benetzte bis auf einige Millimetergroße Pünktchen das gesamte Innere, Teroson schließlich gelangte überall hin und drang sogar in die Falze ein. An keiner Stelle der Beschichtung brach Rost durch, was allgemein darauf hindeutet, daß es unter der Schicht praktisch nicht mehr weitergerostet hat. Anmerkung: Unser Hohlraumwachs war nicht im Test.

„Zweimal „sehr gut“ ist damit das Gesamturteil für beide Kästen mit der Nummer 1.“

Soweit der wörtliche Text aus Motor Klassik.

Bezüglich des Tests in Auto Bild müssen einige kritische Fragen erlaubt sein.

Warum sind die Schichtstärken Fett und Wachs verschiedener Hersteller extrem unterschiedlich ?
Warum wurde nach dem Auftrag keine Schichtstärkenmessung vorgenommen ?
Warum wurde, wenn die Konstruktion des nachgebauten Hohlraumes eine Schichstärkenmessung nicht erlaubt ( hier wäre es möglich gewesen ) keine Materialmengenmessung beim Auftrag durchgeführt.

Wir haben im Januar 2000 auch den mit FERTAN und Hohlraumwachs transparent H T beschichteten Kasten gesehen.

Die ( schwarze ) FERTAN-Schicht war im wesentlichen immer noch stabil, obwohl praktisch kein Schutz durch den Wachs gegeben war, da die Schicht H T unter 1 mm lag. Rost war zu diesem Zeitpunkt nur an einigen wenigen Randbereichen erkennbar. Aber die ungeschützte FERTAN Schicht wird langfristig den Schutz nicht alleine gewährleisten können.

Schauen Sie doch mal ins Internet auf unserer Hompage, dort ist eine Hohlraumbehandlung, einschließlich endoskopischer Aufnahmen, deutlich beschrieben und bebildert.

Um auf die Kosten einer Entrostung einzugehen: mit einem Liter FERTAN , Verkaufspreis einschl. 16% Umsatzsteuer ca. DM 50,50, entrosten Sie eine Fläche von 12 – 15 m2 !!!

Vergleichen Sie dies bitte mit allen herkömmlichen Methoden und Sie werden feststellen müssen, daß eine Entrostung mit FERTAN sehr kostengünstig ist.

Wenn Sie nun den von Ihnen beschichteten ‚Tank sehen und die FERTAN – Schicht 5 Jahre ungeschützt halten soll, so müssen wir Sie jetzt bereits enttäuschen.
Wie Sie in allen unseren Anwendungsempfehlungen deutlich nachlesen können, ist FERTAN kein Endschutz und kein Endprodukt. FERTAN entrostet, beschichtet das Metall mit einer Schicht von ca. 6 - 8µ.

Die dabei erzeugte Schicht ist bis zu 6 Monaten stabil, in dieser Zeit muß der Endschutz erfolgen oder aber die Schicht wird abgetragen und es wird erneut zu korrodieren beginne müssen.

Wenn Sie also unser Produkt einsetzten, dann bitte wie vorgegeben.

Hierzu könne Sie kostenlos unsere Information beziehen oder sie schauen ins Internet unter:
www.fertan.de

Mit freundlichen Grüßen
Das FERTAN Team






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