Re: opferanode


[ Rostschutz und Restauration (schweißen, lackieren ...) ]


Geschrieben von Ingo S. am 04. Juli 2000 08:06:06:

Als Antwort auf: opferanode geschrieben von gimo am 25. Juni 2000 23:06:13:

>wer hat erfahrungen mit opferanoden am kfz ?

Tja - hab mich schon längere Zeit mit diesem Thema beschäftigt ...
immer auf der Suche nach einem perfekten Schutz des Objektes
(68er Karmann-Ghia).
Opferanoden werden im Schiffbau sehr erfolgreich eingestzt - aber
es gibt leider einen ganz grundsätzlichen Unterschied zum PKW.
Für die richtige Funktion ist ein geschlossener Stromkreis zwischen
den "angreifenden" -Ionen dem zu schützenden Blech und der Opferanode
unbedingt nötig. Das ist bei Schiffen über das umgebende Wasser (meißt
auch noch salzig) kein Problem.
Beim PKW funktioniert das leider nicht. Zwar existiert auch eine leitende
Verbindung über das Blechkleid .. aber die zweite Verbindung (eine
Ionen-Brücke) müßte schon über den nassen Lack erfolgen. Das klappt
jedoch nur sehr bedingt. Die Elektrochemischen-Spannungen betragen hierbei
weniger als 1 Volt. Bei dem hohen Widerstand des Regenwassers auf dem Lack
ist der Schutzbereich folglich sehr klein und auf die unmittelbare Umgebung
der Anode beschränkt.
Einziger Ausweg : Die Opferanoden so eng wie möglich über die ganze
PKW-Fläche verteilen (um die Ionen-Brücken kurz zu halten) - das geschieht
dann z.B. bei einer vollflächigen Verzinkung !!! (die sich zusätzlich durch
ihre Oxid-Schicht selbst schützt - bis einmal ein Kratzer entsteht - dann
wird das Zink zur echten Opferanode).

Also kurzum eine Opferanode kann die rote Pest am Fahrzeug nicht aufhalten.


Aber mir spukt da noch eine ganz andere Idee im Kopf herum:
Zumindest mein Fahrzeug wird nicht im Alltagsverkehr genutzt - d.h. es steht
die meißte Zeit in der Garage. Dort könnte man die Karosserie durch anlegen
einer extrem hohen Spannung gegenüber der Umgebungsluft (>5000 Volt) wohl
ganz gut schützen. Bei so hohen Spannungen könnte die Luftfeuchtigkeit bereits
als Ionen-Brücke funktionieren. Probiert hab ich es allerdings noch nicht - und
um die Sicherheit müsste man sich noch gesondert sorgen - die Kiste darf dann
natürlich keiner mehr anfassen.

Hat das schon jemand probiert ???

Ingo S.




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