Re: Schlüsselproblemme
[ Forum für Rostschutz und Fahrzeugrestauration ]
Geschrieben von Thomas Döring am 01. November 2000 22:58:37:
Als Antwort auf: Schlüsselproblemme geschrieben von Stefan am 01. November 2000 18:39:06:
Hallo, Stefan,
ich habe bereits einmal eine Frage zu Opel-Zündschlössern beantwortet, die sich nicht mehr drehen lassen, im Prinzip sehen aber alle Schlösser am Auto gleich aus, deswegen gilt das Nachstehende im Prinzip auch für ein Türschloß (so es sich noch zerlegen läßt):
Als Antwort auf: / re: Zündschloß kelmmt bei Hitze geschrieben von / written by Funky! am 04. Juli 2000 21:44:48:
Hatte ich auch mal, ist ein Zeichen für beginnenden Verschleiß. Es gibt jetzt drei Möglichkeiten:
Entweder Schloß ausbauen und eins vom freundlichen Opel-Händler holen, das kost aber teuer Geld! Oder eins vom Schrott holen und einbauen, dann hast du für dein Auto aber zwei Schlüssel.
Für Leute wie mich, die gerne puzzeln, gibt's noch die dritte Methode: Schloß ausbauen Lenkradverkleidung weg, unten im Schließzylinder ist ein kleines Loch, da hinein mit was Dünnem und vor allem Stabilem wie z.B ein kleiner Inbusschlüssel reindrücken und gleichzeitig mit der anderen Hand den Schlüssel etwas nach vorne drehen, dabei ein bißchen mit Gefühl die richtige Stelle suchen und gleichzeitig am Schlüssel ziehen und auf einmal haste das ganze Ding in der
Hand). Hinten sitzt so ein kleiner Stift mit ner Feder, den kann man rausziehen (immer schön den Schlüssel drin lassen) und dann läßt sich die Sache weiter zerbröseln. Jetzt kommt man der Ursache des Übels langsam näher: Man sieht so kleine Kupferlamellen (mit noch kleineren Federn), die alle mehr oder weniger gleichmäßig weit rausgucken. Diejenige, die am meisten rausguckt, ist die Schuldige welche.Beim Einstecken des Schlüssels zieht dieser die kleinen Biester nach innen, so daß sie nicht mehr in der Nut im Schließzylinder blockieren und sich das Schloß drehen läßt. Guckt eine Lamelle ein wenig zu weit raus, weil sie innen vom Schlüssel schon entsprechend weit abgeraspelt ist und hat sich die ganze Geschichte infolge Hitze auch noch ausgedehnt, ist's dann Essig mit dem Drehen.So, und nun kommt der Moment, wo das Pferd sein Wasser läßt: Man nehme ein weißes Blatt Papier, lege es vor sich hin und jetzt ganz laaangsam und sinnig den Schlüssel Stück für Stück rausziehen. Alle Lamellen mitsamt der Feder legt man jetzt immer schön oben und unten so wie sie rauskommen auf das Blatt Papier. Dann nimmt ein säure- und harzfreies Öl wie z.B. Ballistol und reinigt das ganze Puzzle. Jetzt gibt es wieder zwei Möglichkeiten: Entweder man feilt mit einer Schlüsselfeile oben am herausstehenden Ende der schuldigen Lamelle ein wenig ab oder man läßt das Teil einfach beim Zusammenbau ganz weg. Nachteil bei Möglichkeit 2 ist, daß du bei mehreren fehlenden Lamellen dein Auto irgendwann auch mit nem Eisstiel starten kannst. Zum Zusammenbauen die Lamellen nacheinander von vorne nach hinten mitsamt der Feder wieder einsetzen und festhalten und den Schlüssel immer ein Stückchen weiter reinschieben. Anschließend Schloß wieder zusammenbauen, reindrücken und .... klappt wieder wie verrückt! Und kein normales Öl ins Schloß kippen, das ist in Verbindung mit dem Staub im Auto der reinste Schmirgel für dieses feinmechanische Wunderwerk!
Viel Spaß dabei
Thomas
- Schlüsselprobleme Stefan 03.11.2000 06:34 (0)
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