Stark angerostete Hohlräume, In welcher Reihenfolge was applizieren?

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    • Stark angerostete Hohlräume, In welcher Reihenfolge was applizieren?

      Hallo zusammen,

      Ich habe bei meinem 23 Jahre alten Volvo doch bedenklichen Rost mit dem Endoskop gefunden in den Hohlräumen. Zudem war vermutlich öfters mal Wasser eingetreten, da Roststellen erst bei Durchrostung behoben wurden vom Vorbesitzer. Dennoch möchte ich das Auto am Leben erhalten.

      Ich habe als Sofortmassnahme gleich 3 Dosen FF AS-R in den Hohlraum + alle erreichbaren Falze versprüht, da der Rost schnell gestoppt werden muss. Die Karosserie hat jedoch einige Rostlöcher, vor allem in den hinteren Radhäusern + Bodenblechen. Diese werden derzeit repariert. Dazu habe ich den kompletten Innenraum leergeräumt damit man alles sieht. Den Dachhimmel habe ich noch nicht abgemacht.

      Meine Frage und gleichzeitig auch mein Bedenken ist, ob das mit dem FF AS-R eine gute Idee war?! Mein Ziel war, die Rösterei so schnell wie möglich zu stoppen, da MS oder TimeMax zu wenig schnell kriecht bis alles versiegelt ist.

      Dennoch möchte ich später die Hohlräume mit Fett schützen. Ist das jetzt überhaupt noch machbar oder rutscht das Fett auf dem FF AS-R ab?

      Habe ich etwas falsch gemacht, oder wie sieht das weitere Vorgehen aus?



      Danke und liebe Grüsse

      Matthias
    • Ist das jetzt überhaupt noch machbar oder rutscht das Fett auf dem FF AS-R ab?
      Hallo Matthias,

      nach m. E. war es richtig, erstmal mit dem FF AS-R den ersten Angriff zu starten. Als Roststopper ist AS-R gut geeignet.

      Kleine Anmerkung: Bei richtig üblem Blätterteigrost in mehreren Schichten hilft gar kein Mittel dieser Art. Habe vor einigen Jahren in der Hinsicht sogar das sehr kriechfähige Liquid A überschätzt. Kommt also immer auf den Zustand an. In den meisten Fällen sollte es mit AS-R aber klappen.

      Die Sorge, dass das Fett später auf dem AS-R-Ölfilm abrutscht, ist schon berechtigt. Aber der hoffentlich erfolgreiche Versuch, den Rost erstmal schnell zu stoppen, hatte eben Vorrang. Das AS-R wird für einige Zeit den Rostschutz gewährleisten. Wenn die Hohlräume geschlossen sind und nicht durch Wasserfluten belastet werden, dann kann AS-R darin mehrere Jahre seinen Dienst tun.

      Eigentlich besteht Dein Job darin, den günstigsten Zeitpunkt für die Fett-Behandlung abzupassen. AS-R muss sich weitgehend verdünnisiert haben, durch Kriechwirkung oder Ablaufen. Wie lange das dauert, kommt auf den jeweiligen Hohlraum an.

      Notfalls kannst Du entweder einen alten Lappen durch den Hohlraum ziehen, um das AS-R aufzusaugen. Oder das Fett trotz der AS-R-Reste einsetzen und schlimmstenfalls in Kauf nehmen, dass es abrutscht. Nicht optimal, aber keine Katastrophe. Der Rost beginnt erfahrungsgemäß dort, wo Wasser hinläuft und sich hält. Also z. B. unten im Schweller. Dort würde sich auch das abrutschende Fett sammeln, also an einer Stelle, wo es nicht unbedingt verkehrt ist, so lange es keine Abläufe verstopft.

      MfG, Hanseat [IMG:http://www.abload.de/img/vanishcbrh.gif]
    • Super Hanseat! Ganz herzlichen Dank!!

      Eine neue Frage ist aufgetaucht: Die nicht durchrosteten Stellen, bzw. dort wo es angerostet ist, dort habe ich vor den Rost so gut wie möglich abzuschleifen und was dann? bzw. wie geht man dort richtig vor? Ich habe folgende Pläne:

      1. Die geschliffene Stelle mit Silikonentferner reinigen, Owatrol drüber, nach 2 Stunden Owatrol-Reste abwischen, danach 2 Tage einziehen lassen, darüber 3in1 mehrschichtig auftragen.

      2. Die geschliffene mit Druckluft reinigen, mit Owatrol behandeln, nach 2 Stunden Owatrol-Reste abwischen, danach 2 Tage einziehen lassen, Owatrol-Reste entfernen und mehrschichtig mit 3 in 1 drüber.

      Mit was entfernt man z.B Owatrol-Reste? Die Gefahr dass Fusseln von einem Lappen oder Haushaltspapier in der Reparaturstelle landen ist gegeben! Wie kritisch ist das?

      Ich bin mir nicht sicher was nun richtig ist, beim 3in1 steht auf der Dose, man soll die zu behandelnden Stellen fettfrei machen! Aber wenn Owatrol drunter ist, ist das alles andere als Fettfrei, bzw. Öl-frei.

      Diesen Sommer habe ich an einem meiner Autos den hinteren Radlauf an der Innenkante blank geschliffen, da dort bereits Rost angefangen hat Bläschen zu schlagen. Auf das blanke Blech habe ich 3in1 mehrschichtig aufgetragen und dachte, das hält. Nix da! Kürzlich an der Tanke habe ich diese Stelle kontrolliert, unter dem 3in1 gammelt es munter und der Rost ist auf und dabei, die Aussenseite des Radlaufs zu erobern! Was habe ich da falsch gemacht? Owatrol vergessen oder das Blech zu schlecht gereinigt?!



      Danke und Gruss an alle hier!

      Matthias

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Eckstein ()

    • Hallo,

      ZU dem Problem mit dem wieder rostenden Radlauf. Der rostet von innen! Wenn die Blasen kommen, dann ist eigentlich die Zeit reif für Blech und Schweißgerät.
      Du kannst den Rost eventuell auch erst mal durch eine Konservierung des Hohlraumes mit z.B. Fluid Film stoppen. Aber beim Schweißen dann aufpassen!
      Einen stark verrosteten Schweller kann man auch erst mal mit nem Kärcher von innen reinigen, trocken lasssen (Sommer) und dann aussaugen, Je nach Bauweise kommt da schon ne ganze Menge Blattrost mit raus. Hab ich mal mit nem Winterauto gemacht. Das stand dann aber ohne Innenverkleidung auch mal 3 Wochen in der Sommersonne.
      Auf Owatrol würde ich entweder ne Schicht Owatrol CIP legen oder mit Branto nitrofest arbeiten.

      Gutes Gelingen!
    • Mit was entfernt man z.B Owatrol-Reste? Die Gefahr dass Fusseln von einem Lappen oder Haushaltspapier in der Reparaturstelle landen ist gegeben! Wie kritisch ist das?
      Kommt drauf an, wie sehr das Owatrol nach 2 Stunden schon angetrocknet ist und klebt, aber das weiß ich jetzt nicht. Wenn Du es so frühzeitig abwischt, dass es noch fast flüssig ist, dann ist die Fussel-Kleb-Gefahr zu vernachlässigen. Nehme auch oft Haushaltspapier für solche Arbeit, habe aber auch eine blaue Putztuchrolle (Werkstattpapier). Wenn Du das Owatrol frühzeitig von der Oberfläche entfernst, dann wird wahrscheinlich noch genug in den "Kratern" stehen bleiben, um dort den Rost zu stoppen. Das richtige Timing musst Du selbst herausfinden, aber nach 2 Stunden könnte es schon heikel werden.

      Ich habe 3in1 bisher immer ohne Owatrol oder Rostumwandler benutzt, und das hat auch funktioniert. Der Anstrich kommt mit GERINGEM Restrost klar. Im Zweifel würde ich eher zusätzlich einen Rostentferner benutzen. Nach m.E. haftet 3in1 am besten direkt auf einem entrosteten Blech. Die Verbindung mit dem Untergrund, die bei 3in1 nach Ablauf der langen Trocknungszeit eigentlich sehr gut ist, wird durch eine Owatrol-Zwischenschicht bestimmt nicht verbessert, eher im Gegenteil.

      beim 3in1 steht auf der Dose, man soll die zu behandelnden Stellen fettfrei machen! Aber wenn Owatrol drunter ist, ist das alles andere als Fettfrei, bzw. Öl-frei.
      Owatrol ist nach dem Trocknen mit 1K-Lacken wie 3in1 überstreichbar. Wenn in den Verarbeitungshinweisen von 3in1 vom Entfetten die Rede ist, dann ist das trotzdem absolut richtig. Ein notwendiger Arbeitsschritt. Aber gemeint sind Reste von Schmieröl, Silikonspray und dergleichen, die einem die Lackierung versauen, also eine ganz andere Kiste als Owatrol. Owatrol ist vergleichbar mit Leinölfirnis.

      Meine Meinung dazu: Wenn Du vor dem 3in1-Anstrich gründlich genug entrostest und zur Not noch einen chem. Rostentferner einsetzt, kannst Du Dir die Owatrol-Vorbehandlung sparen.

      MfG, Hanseat[IMG:http://www.abload.de/img/vanishcbrh.gif]
    • Danke erneut für die Antworten!

      Aber warum hat dann mein Radlauf nach dem Entrosten + direkten 3in1 Aufstrich angefangen zu rosten? ...und das nicht wenig! Ich bin verunsichert!

      Eine weitere Frage: Wie geht man mit frischen Schweisstellen an unsichtbaren Stellen um? Direkt 3in1 oder Owatrol + einige Tage später 3in1?

      Ich will hier niemanden nerven, ausnutzen oder dergleichen, aber mir ist es wichtig dass das Resultat stimmt. Da ich ein ziemlicher Laie bin, frage ich lieber etwas ausführlicher. Gerne würde ich auch an dieses Forum + die Leute die sich so viel Zeit nehmen etwas spenden! Denn eine spätere Reparatur kommt sicher nicht billiger :)

      Gruss Matthias
    • Also wenn das trotz gründlich entrosten und dem Auftrag von 3in1 gleich wieder fett rostet, dann war die Methode ungeegnet bzw. irgendein Fehler im Detail vorhanden. So schlecht das es sofort wieder rostet ist das 3in1 ja sicherlich nicht.

      Ich würd da einfach nochmal schleifen mit der Flex, dann mit ner Zopfbürste auf der Flex nochmal alles nachbürsten damit Rostreste entfernt werden. Da muss man ordentlich drücken beim bürsten, dann geht das einwandfrei. Dann mit silikonentferner säubern und dann 2k Epoxidgrundierung drauf. Das ist die einzige sichere Methode. Es gibt definitiv keine andere.

      Owatrol würde ich weglassen in dem Fall, das verhindert nur das eine Rostschutzgrundierung direkt auf dem Blech haftet. Denn dafür sind Rostschutzgrundierungen gedacht, anders können die nicht funktionieren.

      Ja, in den Hohlräumen..ist es schwierig eine richtige Entscheidung zu finden. Das liegt schlichtweg daran das man keine Möglichkeit hat in die Falze hineinzukommen, ebensowenig kommt man in Ecken hinein. Chmische Entrostungsmittel scheiden in Hohlräumen generell aus weil man die nicht sauber genug wieder weggewaschen bekommt. Ausser Mit Hochdruckreiniger, aber wenn man Wasser benutzt rotstet es in Falzen und Kanten sofort wieder weiter. Logisch. Es sind ja Säurehaltige Mittel die nicht nur Rost, sondern auch Blech angreifen.

      Die Hohlräume kannst du gut mit Bremsenreiniger vom Fluidfilm befreien. Erst wie schon hier beschrieben mit Lappen so gut es geht wegwischen, dann mit Bremsnreiniger alles wegsprühen. 5 Liter Kanister gibts für 15 euro bei Werkstattprodukte oder manchmal im Angebot für 10 euro bei ibäh, dazu einen Pumpdrucksprüher für nochmal 15 Euro. Muss einer sein der für Bremsenreiniger geeignet ist.

      Mein Vorschlag wäre das du die Hohlräume so gut es geht mechanisch entrostest. Wenns nicht anders geht, dann mit einem Dremel und Fächerschleifer. Groben blättrigen Rost vorher halt mit Schraubenzieher und Hammer wegkloppen, wenn dann ein Loch drin ist, dann ises so, dann hätte es ohnehin geschweisst werden sollen.

      So und dann auf die Flächen die entrostet sind nach Möglichkeit halt auch 2k EP aufpinseln. Bitte nicht pauschal den gesamten Hohlraum damit einpinseln sondern nur die Stellen wo halt geschliffen wurde. Nicht einfach die Falzkanten damit zuschmieren, sonst schmiert man einfach nur den Rost zu der in den Falzkanten noch drin ist und den man nicht entfernen kann. Danach einfach überall wieder Fluidfilm rein. Das erneuert man dann halt alle drei bis vier Jahre.

      Das habe ich genau so wie beschrieben bei vielen Autos gemacht die ich oft wiedersehe. Die sind seitdem ohne jede weitere Rostvorsorge an den Stellen und die sehen immer noch aus wie gerade frisch gemacht.

      Die älteste Arbeit die so gemacht wurd ist 5 Jahre alt. Das Auto sehe ich jedes Wochenende wenn ich in der Halle bin und da steht das Auto ohne Kotflügel draussen auf der Wiese und das Gras ist schon lange druntergewachsen. Da sehe ich die behandelten Radkästen. Da hab ich die Arbeit nicht selber gemacht sondern jemand angeleitet, da wurde nicht sorgfältig gearbeitet, trotzdem rostet da nichts weiter obwohl es durch das Gras im Prinzip permanent feucht ist. Auch die behandelten Schweller sind seitlich und von unten immer noch wie gerade frisch gemacht.
    • Noch mal zum hinteren Radlauf. Ich bleibe dabei-rein konstruktiv sind die hinteren Radläufe fast immer gefalzt. Und damit existiert dahinter ein Hohlraum, wo es sehr gerne rostet.
      Es gibt Freaks, die öffnen den Falz von außen, enrosten und konservieren ihn und verschließen ihn dann wieder. Und dann wird noch mal von innen konserviert! FluidFilm kriecht z.B. von innen durch den Falz bis nach außen!
      Da aber auf FluidFilm keine Farbe hält würde ich erst von außen behandeln und dann den Hohlraum konservieren.

      Gruß