Tank Simson reinigen/ entrosten und versiegeln

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    • Tank Simson reinigen/ entrosten und versiegeln

      Hallo
      Ich hab einen Tank einer Simson der innen schon ganz schön stark angerostet ist. Dieser muss unbedingt gereinigt und innen versiegelt werden.
      Hab nun im Netz was gefunden das mir eigentlich zusagte. Da soll der Tank mit Citronensäure gereinigt und entrostet werden,
      dann gut getrocknet und anschließend mit etwas Phosphorsäure der dann noch vorhandene Rost in eine Eisenphosphatschicht umgewandelt werden.

      Das soll dann eigentlich reichen um den Tank vor weiterer Korrosion zu schützen.
      Oder gibt es eine einfacherre /bessere Lösung?
    • Hallo, momentan bin ich gerade bei meinen SR2 Tank, Bj.1961. Ich habe folgende Schritte hierbei erledigt, und bisher positive Erfahrung gemacht. Vorab möchte ich sagen, daß ich vor über 40 Jahren bereits beruflichen Kontakt mit der chemischen Reinigung von Metallen zu tun hatte. Dieses Wissen habe ich nun wieder hervorgekramt und versucht anzuwenden.
      Wir nutzten damals 20%ige Natronlauge auf ca.60°C, ca. 20%ige Salzsäure Zimmertemperatur und ca. 5%ige Phosphorsäure (Ferrodit) auch so bei 60°C.

      Den Tankeinfüllstutzen habe ich nicht dicht bekommen, um den Tank kopfüber zu entrosten und über den Benzinhahnanschluß, mit aufgesetzten Schlauch zu entgasen. Ich mußte den Tank normal oben heraus entlüften. Hierbei hat sich das Gas immer unmittelbar an der Einlaßöffnung gesammelt. Die Oberflächenspannung der Flüssigkeit führte dazu, daß es optisch immer so aussah, als würde sich das gesamte Flüssigkeitsvolumen vergrößern. In dem Moment, als die Blase einen gewissenStand erreichte, platzte sie und es war wieser Platz für neues Gas. Dieser Prozess war bei Lauge und Säurebehandlung gleichermaßen.

      1.Plastikfolie um den Auslaßstutzen des Benzinhahnes gewickelt. Alten Benzinhahn drauf.


      2. Rohrreiniger auf Natronlaugebasis mit heißen Wasser aufgelöst in in den Tank geschüttet. Zur Verstärkung der Entfetter, Farblöser, und Entrosterfunktion an ein Labornetzteil zur Elektrolyse angeschlossen. Den Minuspol an den Benzinhahn angeschlossen und einen Edelstahlstab an den Pluspol. Diesen habe ich dann in den Tankeinfüllstutzen gesteckt. Hierbei muß man jedoch peinlich darauf achten, daß dieser Pluspol/Edelstahl-Stab nicht an die Tankwandung anschlägt. Diverser stellen habe ich am Stab deshalb mit Isolierschlauch geschützt. Hintergrund ist vorallem die Kurzschlußgefahr und Funkenbildung. Da bei Elektrolyse immer Gase aus der Flüssigkeit austreten, würde eine Explosionsgefahr drohen. ZU diesem Arbeitschrittgibt es auch zahlreiche Videos auf Youtube. Jedenfalls habe ich diesen Arbeitsgang mit 0,5-2Ampere durchgeführt und das Labornetzteil hat sich die entsprechende Spannung selbst gewählt. 15Volt war dann immer das Maximale. Dann habe ich das Netzteil ausgeschalten und die Eletrode gereinig. Danach wieder in den Tank und das Netzteil wieder eingeschalten. ES war immer schön zu beobachten, daß Anfangs die eingestellten Ampere mit wenig Spannung erreicht wurde und nach kurzer oder längerer Zeit die Spannung stieg.
      Die Zeiten waren unterschiedlich, Anfangs länger und zunehmend immer kürzer. Insgesamt habe ich dies unter sporader Beobachtung 2 Tage laufen lassen, Nachts jedoch ausgeschalten, und den Edelstahlstab auch draußen belassen.
      Ich wiederhole nochmal, die Elektrolyse habe ich immer wieder unterbrochen, um den Edelstahlstab zu reinigen. Nach dem ersten Tag habe ich die Verbrauchte und verdreckte Lauge entsorgt, den Tank mehrfach gespült, und mechanisch durch ca. 1/2 Liter feinen Splitt im Tank geschüttelt. Das Ergebnis war schon recht zufriedenstellend, jedoch wiederholte ich dies mit geringer dosierter Lauge nochmal, um auch noch Restfarbe und Restfett zu lösen.
      Nach dem zweiten Tag nochmal mehrfach gespült und Durch Splitt gereinigt.
      Im Nachhinein muß ich das Ergebnis nochmals loben, den die Tankinnefläche sah wirklich wie Ladenneu aus. Geringe Rostporen waren noch, aber dafür kam die vor zwei Tagen bestellte Zironensäure als Pulver und das Wagner-Tankversiegelungs-Set.

      Während dieser Ablauge-Elektrolyse, habe ich unzählige Foren durchforstet, und Erfahrungsberichte inhaliert. Jedenfalls habe ich nach dem Entlaugen und Spülen noch mit Aceton geschüttelt um auch noch Restfette zu beseitigen. Und danach nochmals gepült.

      3. Mein Tank beinhaltet ca. 6 Liter. Ich habe hier 1 Kg Zitronensäre Pulver in Heißes Wasser gelöst und in den Tank geschüttet. Es war eine wunderbare Gasbildung zu beobachten. Das zeigte mir, daß die Säure wirkt. Erstmals habe ich das Ergebnis nach 12 Stunden kontrolliert. Habe die Särue jedoch nicht entsorgt, sondern in einer Wanne aufgefangen, und mit Wasser mehrfach gespült
      Nun habe ich mir einen kleinen Spiegel gesucht, um auch entlegene, unzugängliche Stellen zu sehen. Und siehe es waren noch verschieden Schwarze Flecken zu sehen. Ich tippte auf immernoch Restfett und schüttelte nochmals mit Aceton. Ich habe auch viele Mißerfolge mit Tankbeschichtungen im Netzt gefunden, und wollte nicht die Fehler der anderen wiederholen. Aus diesem Grund habe ich es mit der Entfettung, Entrostung, Entwässerung sehr genau genommen..
      Wie gesagt, im Zweifelsfall, den Vorgang wiederholen, Ergebnis beurteilen, wiederholen, usw. . Den Nächsten Arbeitschritt erst machen, wenn das Ergebnis gut ist.

      Notfalls kann man bis hierher auch noch mal zum Laugen zurück.

      4. Phosphatieren.
      Ich halte diesen Schritt für sehr notwendig, da nach dem Entrosten mit Zitronensäure ein Zitronensalz an den Tankinnenwänden verbleibt. Teilweise bekommt man das mit dem Splitt und der Schüttelmethode wieder raus, aber hier ist der Tank dan wieder längere Zeit feucht und setz auch wieder Flugrost an.
      Im Versiegelungsset ist Rostumwandler enthalten. Hiervon habe ich 50-60 ml in meine 6 Liter heißem Wasser gelöst und für 12 Stunden in den Tank gegossen. Das Ergebnis ist ein metallisch grauer Innenraum meines Tanks, den es nun zu schützen gilt.

      Das wichtigste ist, jegliche Feuchte aus dem Tank zu bekommen. Eine Möglichkeit wäre wieder Aceton zur Hilfe zu nehmen, einen Fön und eine Staubsauger. Ich wollte jedoch mehr Wärme zur Hilfe und habe eine Heißluftpistole genommen. Da mußte ich jedoch auf Aceton verzichten.
      Zwischenkontrollen habe mir adnn bestätigt, daß meine Entscheidung richtig war. An den Schweißnähten und am Benzinhahnstutzen sammelte sich immer wieder Kondensbelag. Hier brauchte es mehr Wärme. den Staubsaugerschlauch habe ich fast währen der gesamten Trocknung im Einfüllstutzen belassen und mit der Heißluftpistole den Tank von Außen, und vorallem die Nähte erwärmt. Dabei habe ich mich auf meine Finger verlassen, und den Tank insgesamt soweit erwärmt, was ich gerade noch abkonnte, wahrscheinlich ca. 50-60°C.
      Hierbei waren alle Tanköffnungen offen. Nachdem der Tank wieder nahe Zimmertemperatur war durfte sich an den Nähten keine Feuchtigkeit gesammel, bzw. sich kein neuer Rost gebildet haben,
      Ansonsten Phosphatierung und Trocknung wiederholen. Dieses mal dauert die Phosph. jedoch nur kurz.

      5 Versiegelung

      Nur wenn die Vorergebnisse zu 100% gut sind die Versiegelung durchführen. Ich bin froh eine transparente Versiegelung gewählt zu haben. Bei anderen Herstellern gibt es pigmentierte. Da kann man die Vorarbeiten nachträglich nicht beurteilen, bzw. Fehler verdecken. Den Ärger bekommt man sicher erst später, wenn sich die Versiegelung stellenweise löst, und diese unterwandert wird.
      Nach den Anwendungsvorschriften einfüllen, schwenken ablassen und immer wieder schwenke, bis die Schicht gleichmäßig ist, und Überschüsse abgelaufen sind. Danach mindestens 8 Tage trocknen lassen und man sollte seine Freude haben und behalten. :shy:
    • Leider etwas länger her... Aber deine Methode mit elektrolyse usw ist mir als laien dann doch etwas zu kompliziert.
      Ich hab nun leider festellen müssen das der Tank trotz meiner behandlung immer noch rostet. Wie es schein oben an der innenseite bzw "Decke" des Tankes scheine ich im Frühjahr nicht gut genug entrostet zu haben. Dort kann man ja auch schlecht hinsehen. Nach meiner behandlung mit Phosphorsäure waren alle stellen die ich sehen konnte schön grau / silbrig. Nur halt wahrscheinlich nicht oben rund um den einfüllstutzen. Nun hab ich das Problem dort noch mal entrosten zu müssen. Ich weiss nur noch nicht wie genau. Danach wollte ich den Tank von innen versiegeln