Golf 2 Langzeitprojekt

  • Hallo miteinander :) Ich habe schon des öfteren hier im Forum mitgelesen und möchte euch nun um Rat bitten.
    Ich besitze einen 91er Golf 2 in rot. Nicht das marsrot, sondern ein etwas dunkleres, eher bisschen bräunliches rot. kein plan wie das genau heisst.
    egal...


    nun zu meiner Idee:


    ich stehe schon seit Jahren auf starke Patina bei autos. am liebsten wäre mir da ein alter Käfer; anderes Thema :)
    da ich also keinen Käfer habe möchte ich das bei meinem Golf umsetzen.
    für mich bietet er schon ideale Voraussetzungen, da er bereits matt geworden ist und an manchen dicktungen etwas moos angesetzt hat. und da ist der Knackpunkt, ich möchte keinesfalls nachhelfen, sondern der Natur ihren Lauf lassen. Heisst also, dass es lange dauern wird. nicht falsch verstehen ich möchte den wagen nicht vergammeln lassen. der Innenraum bei mir ist wirklich topp gepflegt und auch so wasche ich den wagen regelmäßig. ich betrachte das ganze eher als gesamtkunstwerk und als langzeitprojekt.


    jetzt aber mal zu konkreten fragen:


    zum einen hat der wagen über die Jahre schon hier und da Rost, der vom Vorbesitzer überpinselt wurde und nun wieder zum Vorschein kommt. hab die blasen mal nen bisschen mit dem Schraubendreher aufgemacht. habs erstmal mit owatrol behandelt.
    die Sache ist die, zu meinem vorhaben gehört es auch den Rost zu belassen wo er ist. allerdings frage ich mich wie es sich mit dem Rost auf ausliegenden, glatten flächen, die regelmäßig und gut wieder abtrocknen verhält. ich schätze mal, dass ich hier keine großen bedenken bzgl. durchrosten haben muss, oder? den eigentlich möchte ich die Natur noch ein wenig werkeln lassen, bis ich dann iwann mal konserviere.


    ich frag mich immer wie das menschen machen, die einen solch patinierten wagen fahren. konservieren die nur oder lassen sie auch den dingen freien lauf. ich mein die t1 und Käfer, die man sieht, sind ja doch deutlich älter als der Golf und trotzdem sind sie nicht total weggerostet.


    klar in den hohlraumen, falzen, Unterboden werde ich da natürlich anders verfahren. dort werde ich den Schutz erneuern oder auffrischen. er soll ja nicht iwann auseinander fallen.


    ich hoffe es kann mir jemand einen tipp geben, wie ich an mein ziel komme.


    damit ihr euch besser vorstellen könnt, was mir so gefällt hier ein bsp eines t1: http://1.bp.blogspot.com/_sOF0…64434765_a0217b7308_o.jpg


    Wie funktioniert es bei dem T1, das Rost und alter lack im Grunde eine flache bilden? ich mein, wenn ich ne rostblase habe und und die auf mache, dann hab ich erstmal nen Absatz im Gesamtbild?



    PS: ich weiß viele hassen und verachten diesen Stil. mir gefällts und wenn es so ist wie auf dem Bild, hats meiner Ansicht nach echt Stil :)

  • Hallo Rost Liebhaber ;)


    es war schonmal jemand im Forum, der nach einer Konservierungsmöglichkeit für den RAT-LOOK fragte.
    Ich habe niemals ein solches Auto in Natura gesehen, kann also nicht mit Bestimmtheit sagen, wie die Oberfläche idealerweise beschaffen sein muss.
    Ich stelle es mir schwierig vor, ernsthaften Rost von unbedeutendem Rost zu unterscheiden und vor allem ständig zu kontrollieren, wann wird unbedeutend zu ernsthaft.
    Dein Beispiel sieht ja nicht so aus, als ob irgendwas als Deckbeschichtung eingesetzt worden wäre. Nur wie kann man dann den Rostzustand an einem bestimmten Punkt stoppen? Es darf ja auch nicht glänzen?!
    Owatrol für die Falzen und so, das ist schon korrekt.
    Den Unterboden würde ich auch sehr peinlich genau pflegen.


    Wenn Du genau diesen Look mit Rost und Farbresten hinbekommen willst...hm...Farbe teilweise abschleifen, so dass ein rel. gleichmäßiges Rosten ermöglicht wird. Wenn die Farbe drauf bleibt, entstehen Rost-Nester, die dann eher zu Durchrostung führen.
    Ggf. dann sehr kontrolliert unter Einwirkung von Salzwasser rosten lassen, was aber Deinem Konzept als Kunstwerk widerspricht.
    In allen Hohlräumen sehr intensiv mit Fluidfilm NAS arbeiten. So wird, falls es zu einer Durchrostung von außen kommt, diese gestoppt. Für Stellen, die dann nicht weiter rosten sollen, Owatrol (was Du ja schon hast) oder Protewax.


    Gibts es nicht auch ein Forum für Rat-Look? Hier schreiben ja eher die Rost-Vernichter.


    Frank

  • hey super danke für deine Antwort. hatte gar nicht so schnell damit gerechnet :)


    also künstlich Rost erzeugen möchte ich tatsächlich nicht. das einzige was ich benutzen würde ist ein mattierungsschwamm um noch zu glänzende stellen anzugleichen. allerdings finde ich es definitiv spannender es die Umwelt erledigen zu lassen :)
    ich habe extra hier gefragt, da ich dachte, dass speziell hier menchen sind die sich mit Korrosion auskennen. und mir daher vllt auch sagen können wie lange ein normales blech der Außenhaut Rost aushält. trocknet ja wieder regelmäßig...
    habe zum Beispiel an der einstiegskante, also ich mein den teil des schwellers den man sieht wenn man die Tür öffnet, ein paar rostblasen. nichts wildes. aber muss man da schon was machen oder ist das keine kritische stelle. wie gesagt von innen werde ich die Versieglung im laufe des Frühlings noch erneuern.

  • Zur Durchrostungsgeschwindigkeit kann ich Dir nichts sagen, ich lasse es niemals (absichtlich) zum Durchrosten kommen.
    Rostblasen würde ich an Deiner Stelle immer sofort öffnen und das ganze etwas beischleifen, für Deine Zwecke dann aber ohne Deckbeschichtung.
    In Rostblasen sammelt sich Wasser, was dann zu einer punktuell verstärkten Rostung führt, was Du ja eben nicht brauchst.

  • Hallo,


    ich gehe mal von deinem Beispielbild aus.


    Dieser T1 macht für mich den Eindruck = gewachsen Patina unter sehr heisser Sonne, Süd Europa, Florida, ect. bei sehr hoher Lufttrockenheit.
    Die Sonne brennt den Lack matt & weg.


    Das kann man nicht nachmachen. Das wird man bei uns in Mitteleuropa so auch nicht hinbekommen. Dazu ist es nicht heiss genug, zusätzlich viel zu hohe Luftfeuchtigkeit um diesen sogenannten "Flugrost" zu erhalten.


    Auch denke ich, dass die Blechstärke zw. T1 und Golf II eine grosse Rolle spielt um so ein Ergebnis zu bekommen.
    Auch die Art des Lackmaterials, damals & heute sowie die aufgetragene Dicke spielt eine Rolle.


    Ganz mal davon abgesehen, vom sogenannten "Sauren Regen" bei uns.


    Falze, Hohlräume, U-Boden konservieren (Fluid Film Produkte & Perma-Film), Innenraum gepfelgt halten, nach bedarf Waschstrasse "OHNE" Zusätze aufsuchen, bzw. besser per Hand und Waschbürste selber drüber gehen, abspülen, alles OHNE zusätze und OK.

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