Alternative Mike Sanders Fett (Selbermachen)

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    • Alternative Mike Sanders Fett (Selbermachen)

      Hallo Rostschutzprofis!

      Ich musste leider vor kurzem bei meinem 94er Ford Probe Folgendes in den Schwellern finden:

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      Leider ist das eine Stelle, wo man überhaupt nicht rankommt, noch nicht mal mit dem Finger kann man dort was erfühlen. Es ist ein Bereich im Schweller, eine Art Vierkantprofil mit Löchern, durch welche ich die Fotos gemacht habe.

      Ich habe dann versucht, mit einem Pinsel alles großflächig mit Rostumwandler einzupinseln (Presto), leider mit mäßigem Erfolg (nicht überall hingekommen):

      [Blockierte Grafik: http://trackday-pictures.de/tmp/HPIM5830.JPG]
      [Blockierte Grafik: http://trackday-pictures.de/tmp/HPIM5819.JPG]


      Leider habe ich dann den Fehler gemacht, mir einen sprühbaren Rostumwandler von Presto zu kaufen, denn ich habe das Wort "Epoxy" auf der Dose übersehen. Das Zeug ist mit PU vermischt, die Düse ist nach wenigen Minuten komplett zugesetzt und ein Sprühen ist nicht mehr möglich. Danach sah es so aus:

      [Blockierte Grafik: http://trackday-pictures.de/tmp/HPIM6113.JPG]

      Ich denke die einzig sinnvolle Möglichkeit besteht hier wirklich im Fluten/ Einsprühen mit Fett. Nachdem ich den gesamten Test vom Oldtimermagazin gelesen habe, hatte ich mich total auf Mike Sanders eingeschossen. Da ich leider keinen Kompressor in meiner Werkstatt habe, würde aber nur machen lassen in Frage kommen, und da sind mir die Angebote von 150 Euro nur der Schweller bis 600 Euro, die ich erhalten habe, einfach zu teuer. Ich habe mich dann heute gefragt, ob nicht auch Fluid Film Liquid A und AR ausreichen würde, nach 2 Jahren immerhin auf Platz 5 und hat ja auch den Selbermacher Tip erhalten. Bei Ebay finde ich allerdings nur Fluid Film Liquid AS-R.

      Im Test war es ja ein 2-Komponentensystem, wenn ich das richtig mitbekommen habe, gibt es das überhaupt noch so zu kaufen? Oder reicht es, das Liquid Film AS-R in die Schweller zu sprühen? Ich hätte auch kein Problem damit, dass alle 1-2 Jahre neu zu machen.

      Dann habe ich im gleichen Atemzug noch ein 2. Problem gefunden, im hinteren Radkasten, auf beiden Seiten:

      [Blockierte Grafik: http://trackday-pictures.de/tmp/HPIM5561.JPG]

      Ich habe das Blech großflächig rausgeschnitten:

      [Blockierte Grafik: http://trackday-pictures.de/tmp/HPIM6496.JPG]

      und heute ein neues Blech eingeschweißt:

      [Blockierte Grafik: http://trackday-pictures.de/tmp/HPIM6713.JPG]

      Dann habe ich alles mit Max Bahr Rostgrund auf Kunstharzbasis gestrichen:

      [Blockierte Grafik: http://trackday-pictures.de/tmp/HPIM6716.JPG]

      Der Plan war jetzt folgender:

      Das Ganze nochmal mit normalem Lack besprühen, die Nähte mit Karosseriekleber verschmieren (Die Schweißnähte gehen nicht ringsum und ob alle dicht sind ist auch nicht sicher) und dann Unterbodenschutz aus der Dose drüberspachteln. Ist das so weitestgehend richtig? Oder sollte ich noch etwas anders machen oder andere Produkte verwenden?

      Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir ein paar Tipps geben könntet, denn das Auto liegt mir nach nunmehr 8 Jahren doch ganz schön am Herzen.
    • Hallo,
      für ein 94-er Modell ganz schön viel Rost. Hast du mal ergründet, ob ggf. Ablaufschläuche/löcher verstopft sind und so Wasser in den Schweller läuft? Hat der Ford ein Schiebedach?

      Zu MS: Wieder einer, der sich von diesem m.E. völlig unsinnigen und praxisfremden OP-Test blenden lässt.
      MS würde ich niemals anwenden. Erstens wegen der umständlichen Handhabung und zweitens wegen der sehr geringen Kriecheigenschaften.
      FF NAS kriecht an Stellen, da würde MS niemals hinkommen.
      Wahrscheinlich wird jetzt ein MS-Händler auf die Barrikaden gehen und gegenteiliges behaupten. Klar, ist ja sein Geschäft.

      Am besten wäre FF-NAS oder ein ähnlichen FF-Produkt. Ist leicht zu bearbeiten und kriecht noch jahrelang wie Sau - bis in die letzten Ritze, wo MS niemals hinkommen würde. FF A ist mir zu dünnflüssig.

      Hier eine interessante Diskussionin einem anderen Forum:
      jaguar-forum.de/forum/viewtopic.php?t=41017


      Hier mal ein Beispiel der sagenhaften Kriechfähigkeit des FF NAS. An diesem Auto habe ich den Schweller innen ausgesprüht. Wie man an den dunkelen Stellen sehen kann, zieht sich das FF durch alle Ritze nach draussen. Niemals würde das MS schaffen.

      [Blockierte Grafik: http://up.picr.de/13642111qq.jpg]

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Hohlraumtrüffelschwein ()

    • Namxi schrieb:

      Taugen die Druckdosen zum selbersprühen oder sollte ich es doch lieber in einer Werkstatt mit Saugbecherpistole machen lassen?
      Man bekommt mit den AS-R-Sprühdosen eine halbwegs ordentliche Hohlraumversiegelung hin, weil sich das Mittel durch die Kriechfähigkeit stark ausbreitet und dann auch Stellen geschützt werden, die man beim Sprühen nicht direkt erwischt hat. Ohne die 60-cm-Hohlraumsonde wird es allerdings deutlich schwieriger, an alle Stellen zu gelangen.

      Wenn Du bereit bist, in Hohlräumen bei Bedarf nachzusprühen, sind diese AS-R Dosen ein akzeptable Lösung. Die Verteilung des Mittels ist direkt nach dem Auftrag natürlich nicht so gut wie das Einbringen von Liquid A oder NAS mittels Kompressor. Wegen der Kriechfähigkeit ist das aber nicht so schlimm.

      In trockenen und dichten Hohlräumen, in denen nur Kondenswasser das Problem ist, kann eine gründliche AS-R-Anwendung über Jahre wirksam sein. Unter weniger günstigen Bedingungen sind Fluid Film Liquid A, Fluid Film NAS und AS-R (= NAS in Sprühdosen) aber nicht standfest genug, um allein gut vor Rost zu schützen. Die Schichtdicke ist nicht hoch genug. Hier die Werte, wie sie der Anbieter (Importeur Hodt) nennt:
      Max. Schichtdicke bei FF NAS: 75 µm
      Max. Schichtdicke bei FF AR: 800 µm

      Mike Sanders Fett, PX11 oder andere Mittel dieser Art lassen sich mit einer Schichtdicke von 1,5 Millimetern auftragen. Diese Schichtdicke wird auch von Timemax für deren Mittel empfohlen. Also das 20fache von NAS. Die Langzeit-Schutzwirkung ist entsprechend höher als bei NAS oder AS-R. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass AS-R nicht lange mit direktem Regen- oder Spritzwasser zurechtkommt. Es wird ausgewaschen. Wenn man auch unter widrigen Bedingungen eine Rostschutz für lange Zeit haben will, geht Schichtdicke klar vor Kriechfähigkeit. Deswegen ziehen die meisten Leute solche Mittel wie Mike Sanders Fett, Timemax 2000 oder PX11 den dünneren Fluid Film-Produkten als Langzeitschutz vor.

      Zitat Korrosionsschutzdepot: "Generell ist das Mike Sanders Korrosionsschutzfett, trotz der etwas aufwendigen Verarbeitung, der Hohlraumschutz mit den besten „Allround-Eigenschaften“. Wobei ich das MS-Fett mittlerweile durch PX11 ersetzt habe. Eine hohe Kriechfähigkeit von MS-Fett oder PX11 kann man mit der Heißluftpistole oder durch anderen Arten von Wärmezufuhr herstellen.

      Namxi schrieb:

      Im Test war es ja ein 2-Komponentensystem, wenn ich das richtig mitbekommen habe, gibt es das überhaupt noch so zu kaufen?
      Klar, Du kannst FF Liquid A und FF AR über das Internet kaufen. Allerdings wirst Du bei den dickeren Mitteln wie FF AR immer vor der Frage stehen, wie Du sie in die Hohlräume bekommst.


      Namxi schrieb:

      und dann Unterbodenschutz aus der Dose drüberspachteln
      Es sollte am besten ein transparenter Wachs-Unterbodenschutz sein, damit man sieht, was sich unter der Schicht tut. Schwarzes Bitumen-Zeug wäre eine schlechte Wahl.

      MfG, Hanseat [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/vanishcbrh.gif]
    • Super, vielen Dank für die ausführliche Antwort!

      Ja ich habe wie gesagt leider keine Möglichkeit mit Kompressor und Pistole, von daher bleibt mir wohl nur das Fluid Film. Aber es sind weitestgehend trockene Hohlräume (offensichtlich nicht vollständig), da wird das schon passen. Und Kontrolle mache ich dann demnächst regelmäßig, so eine böse Überraschung will ich nicht nochmal finden.

      Ok, das mit dem Unterbodenschutz klingt nachvollziehbar, was gibt es denn da für Produkte? Wir sprechen ja hier vom Radlauf, der also direktem "Sandstrahlen" ausgesetzt ist, deswegen habe ich extra UBS in der Dose gekauft, damit ich den schön dick auftragen kann.

      Der Rostschutzgrund + normaler Lack ist dann wohl ok für die geschweißten Bereiche?
    • Namxi schrieb:

      Taugen die Druckdosen zum selbersprühen oder sollte ich es doch lieber in einer Werkstatt mit Saugbecherpistole machen lassen?
      Meiner Meinung nach sind diese Druckdoden ungeeignet. Entweder mit einer Druckbecherpistole, Kompressor und 1m Sonde mit 360 Grad Düse oder gleich bleiben lassen.

      Ich verstehe nie die haltlosen Argumente, (ok, wenn sie von MS-Verkäufern kommen, verstehe ich sie schon :) ) das FF (NAS) abgewaschen wird.
      Schaue dir mal mein Bild an, speziell die unter Ecke am äußeren Schwellerende. (also auf dem Lack) Das dunkele ist FF NAS, welches sich so langsam über das Blech zieht. Komisch, es wird nicht abgewaschen.
      Auch an einem anderern meiner Autos ist die untere Quertraverse unter dem Kühler vollkommen offen. Diese ist ebenfalls mit FF NAS ausgesprüht und immer noch NAS-behaftet. Wenn ich mich schwach erinnere, habe ich diesen Bereich letztmalig vor 4 Jahren behandelt.
    • Hohlraumtrüffelschwein schrieb:

      Namxi schrieb:

      Taugen die Druckdosen zum selbersprühen oder sollte ich es doch lieber in einer Werkstatt mit Saugbecherpistole machen lassen?
      Meiner Meinung nach sind diese Druckdoden ungeeignet. Entweder mit einer Druckbecherpistole, Kompressor und 1m Sonde mit 360 Grad Düse oder gleich bleiben lassen.


      Aus welchem Grund? Kommt das Mittel nicht überall hin bei den Druckdosen? Ich habe mir gerade eine Endoskop USB Cam gekauft, kann also am Ende kontrollieren, ob ich alles erwischt habe.
    • Namxi schrieb:

      Kommt das Mittel nicht überall hin bei den Druckdosen? I
      Schau mal hier:
      youtube.com/watch?v=KzJeEPtvwqw

      Mit der von mir genannten Ausrüstung passiert sowas nicht.


      Hier noch ein eindrucksvoller Beweis der Kriechfähigkeit und Haftbarkeit des FF-NAS:

      [Blockierte Grafik: http://up.picr.de/13673793mv.jpg]

      Das Bild zeigt die Türunterkante meines Alltagsautos. Die dunkele Stelle ist das FF, welches sich über die Jahre von unten nach oben über die Türaußenseite hochzieht. Da das Auto schon seit etwa 2 Jahren keine Waschstrasse gesehen hat, lässt sich die Kriechfähigkeit wunderbar darstellen.
      Bei der nächsten Fahrt im Regen wird dann auch das sichtbare Salz abgewaschen. Mein 27 Jahre altes Alltagsauto soll lange halten und nicht schön aussehen. :D

      PS: Auf den Hinweis mit dem Wassereinbruch/ablauf hast du noch nicht reagiert.
      Wenn ich mir so dein erstes Bild anschaue, mit der klaren Rost/nicht-Rost Abgrenzung, vermute ich, dass sich dort das Wasser gesammelt hat. Wie schon erwähnt: Du solltest das prüfen, sonst bringt auch eine Versiegelung nicht sehr viel.

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    • Ja das ist klar, da bin ich noch dran, vermute aber auch, dass es irgendwo reinkommt. Vermutlich hinteres Seitenfenster, die sind bekannt dafür, dass der Kleber aufgibt.

      Ich frag mal noch bei ein paar Werkstätten an, die Hohlraumversieglung machen, ob die mir auch das FF reinpusten. Wenn das aber preislich nicht im Rahmen bleibt, bleibt mir nur selbermachen mit Dosen. Was sollte das denn etwa kosten dürfen?
    • Aus welchem Grund? Kommt das Mittel nicht überall hin bei den Druckdosen? Ich habe mir gerade eine Endoskop USB Cam gekauft, kann also am Ende kontrollieren, ob ich alles erwischt habe.
      Beim Inhalt der AS-R-Sprühdosen handelt es sich um Fluid Film NAS. In diesem Thread wird ja übereinstimmend die hohe Kriechfähigkeit von NAS festgestellt. Daher kann man sich darauf verlassen, dass sich das Mittel in angemessener Zeit von selbst verteilt. Man muss also beim Aufsprühen nicht auf Anhieb überall hinkommen. Wie das AS-R funktioniert, sieht auf den folgenden Fotos, aufgenommen zwischen dem 3.6.2012 und dem 17.6.2012 bei Zimmertemperatur:

      [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/asr-r-test-nr06-0ausy.jpg]

      Um den Langzeit-Rostschutz ist es dagegen nicht so gut bestellt, weil die Schichtdicke von NAS / AS-R nicht hoch genug ist. Folgend eine Übersicht, wie die Rostschutzwirkung der FF-Mittel einzuschätzen ist:

      Testbleche im Salzsprühnebeltest nach DIN 50021 bleiben mit FF Liquid A rund 150 Stunden rostfrei.
      Getestet wurde das FF Liquid A bei 20 µm Schichtdicke (nichttropfend)

      Testbleche im Salzsprühnebeltest nach DIN 50021 bleiben mit FF NAS rund 250 Stunden rostfrei.
      Getestet wurde das FF NAS bei 40 µm Schichtdicke (nichttropfend)

      Testbleche im Salzsprühnebeltest nach DIN 50021 bleiben mit FF AR rund 750 Stunden rostfrei.
      Getestet wurde das FF AR bei 200 µm Schichtdicke

      Testbleche im Salzsprühnebeltest nach DIN 50021 bleiben mit FF Gel BN mehr als 3000 Stunden rostfrei.
      Getestet wurde das FF Gel BN bei 400 µm Schichtdicke.

      Quelle dieser Angaben ist der deutsche Vertrieb von Fluid Film, die Firma Hodt aus Wentorf bei Hamburg. Aus dem NAS-Datenblatt stammt der schöne Satz "Die Wirksamkeit eines Schutzsystemes ist u. a. entscheidend abhängig von seiner Schichtdicke." Wenn man dann berücksichtigt, dass PX11 oder Mike Sanders Korrosionsschutzfett mit einer Schichtdicke von 1500 µm aufgetragen werden können, ist klar, warum die NAS-Schutzschicht vergleichsweise schnell am Ende ist.


      Ok, das mit dem Unterbodenschutz klingt nachvollziehbar, was gibt es denn da für Produkte? Wir sprechen ja hier vom Radlauf, der also direktem "Sandstrahlen" ausgesetzt ist, deswegen habe ich extra UBS in der Dose gekauft, damit ich den schön dick auftragen kann.
      Um welchen Unterbodenschutz handelt es sich denn? Nicht so gut wäre schwarze Bitumen-Pampe, weil sich darunter unbemerkt Rost ausbreiten kann. Obwohl ich zugeben muss, dass ich das Zeug früher mit Grundierung drunter auch benutzt habe, und es hat mehr als zehn Jahre gehalten, bis ich den Wagen in gutem Zustand verkauft habe. Bei regelmäßiger Kontrolle und auf grundiertem Blech mag das also schon gehen.

      Besser wäre ein transparenter Wachs-Unterbodenschutz. Terotex Ultra z. B. ist für eine Nachbehandlung und Ausbesserungen geeignet.

      Wenn es nur um kleinere Flächen geht, etwa in Handtellergröße, dann kann man auch PX11 oder Mike Sanders Fett nehmen, dick aufpinseln und die Stellen nacharbeiten, wenn es nötig ist. Das wäre ca. alle zwei Jahre, als grobe Schätzung.


      MfG, Hanseat [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/vanishcbrh.gif]