Scheibenrahmen entrosten, bewährtes Vorgehen?

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    • Scheibenrahmen entrosten, bewährtes Vorgehen?

      Hallo wieder einmal.

      In den nächsten Tagen werde ich die Frontscheibe an meinem Volvo herausschneiden (geklebt). Der Rahmen wird wohl ziemlich gut vergammelt sein.

      Gibt es eine bewährte Sanierungsstrategie dafür? Obwohl ich die Suche bemüht habe, bin ich zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen.

      Ich habe da:


      - Pelox RE
      - Owatrol
      - Nitrofest
      - 3 in 1
      - Orig. Wagenfarbe
      - FF AS-R
      - Fertan
      - Karosserie-Dichtmasse
      - Leinöl-Firnis
      - KBS Motorlack (scheinbar sehr gute Rostschutzwirkung)
      - Sanders Fett.

      Was verarbeitet man von diesen Sachen in welcher Reihenfolge am sinnvollsten?



      Meine Idee:

      - Rahmen entrosten (schleifen bis aufs blanke Blech mit ggf. Porenrost.)
      - Owatrol in den Poren einziehen lassen bis es hart ist
      - Alles mit Silikonentferner reinigen.
      - 2-3 Schichten Nitrofest.
      - Fahrzeuglack drüber
      - Scheibe wieder einkleben.


      Natürlich werden alle aufgetragenen Mittel erst bei guter Trocknung weiter überarbeitet.


      Ist das so richtig, Verbesserungsvorschläge? ...oder soll ich anstelle von Nitrofest lieber 3 in 1 nehmen?



      Gruss und fröhliches entrosten ;)

      Matthias
    • Beim Scheiben wechseln niemals solche Mittel verwenden. Das wird sonst undicht und dann rostet es wunderbar. Zudem gibt es regelmässig lose Scheiben wenn andere Mittel als die üblichen verwendet wurden. Da kommt ordentlich Belastung auf geklebte Scheiben weil die zum teilweise tragenden Teil eines Autos gehören.

      Entroste den Rahmen mit der Flex und da wo dier Blechrahmen etwas wellig ist (ist normal an solchen Kanten) dann mit Schleifpapier oder besser einem Schleifpad. Das passt sich perfekt an Rundungen und Wellen an.

      ebay.de/itm/SCHLEIFSCHWAMM-SCH…in_77&hash=item3365fe53ec

      Danach darfst du maximal EP auftragen

      ebay.de/itm/APP-2K-EPOXY-Grund…kg-021201VS-/350449082868

      Im Normalfall wenn man es richtig gut entrostet bekommt, dann macht man direkt nur den Scheibenprimer auf den Rand des Rahmens und auf den Rand der Scheibe wo sie kleben soll. Scheibenprimer ist meistens schon auf Epoxidbasis und schützt somit auch vor Rost. Durch die EP-Basis entsteht auch die extreme Haftung des Primers auf blankem Blech.

      Zum einkleben bestellst du dir am besten so ein Klebeset dazu, da sind dann auch so kleine kugelförmige Schaumstoffapplikatoren mit Drahtgriff dabei um den Primer aufzutragen. Den Primer kannst du am nächsten Tag aber meist wegwerfen wenn du die Flasche einmal aufgemacht hast, der härtet schnell aus.
    • So! Gut zu hören! Vielen Dank!

      Bei diesem Auto ist die Scheibe nicht tragend! Der Originale Rahmen war in Fahrzeugfarbe lackiert, deshalb ging ich davon aus, dass dort der selbe Lackaufbau ist wie an der restlichen Karosserie.

      Gerade gestern Abend habe ich 1 Schicht Nitrofest auf den komplett entrosteten Rahmen aufgetragen. Muss das jetzt wieder weg? Es waren noch Teile von Dach angerostet die später lackiert werden, da lasse ich aber das Nitrofest!



      Bitte um schnelle Antwort wenn es geht!



      Gruss Matthias
    • Auf Nitrofest wird dir der Lackierer die Sachen um die Ohren hauen. Entweder schleift er es komplett runter und macht seinen Grundierfüller drauf oder er lackiert es einfach über und in einem Jahr kommst du wieder weil der Lack nicht mehr hält. Ausserdem muss er dein vermutlich gepinseltes Nitrofest eh stark schleifen um das wieder glatt zu bekommen und dann wird es vermutlich eh grösstenteils weg sein. Ich lehn solche Aufträge wo ich solche vorbearbeiteten Sachen machen soll komplett ab. Weil die Leute spätestens nach einem Jahr wieder auf der Matte stehen und schreien weil es rostet oder der Lack nicht gehalten hat. Entweder ich verwende mein Material was auch zusammenpasst oder ich mache es nicht.

      Wo nichts anderes drauf darf ist die Klebekante für die Scheibe. Ich meinte damit nicht den gesamten Scheibenrahmen. Nur die 1cm schmale Kante wo der Kleber draufkommt und dann die Scheibe. Von der Rückseite oder neben der Klebekante kannste machen was du willst.

      Ab Werk ist auf diesen Kanten heute auch kein Lack mehr drauf, in der Regel nur die Grundierung oder vielleicht noch recht dünn eher genebelter Lack. Je nachdem wie der Rahmen aufgebaut ist und ob da noch Abdeckungen oder so drüberkommen. Früher in den Anfänger der geklebten Scheiben hat man da ganz normal voll lackiert. Und das war ja nun früher teilweise echt ein Drama gewesen mit undichten und losen Scheiben ab Werk. Hat man da die Scheibe gewechselt dann hat die Lackierung noch an der Scheibe am Kleber geklebt wohingegen die Grundierung meist noch auf dem Blech blieb.
    • Danke!

      Das heisst also, ich kann komplett neu anfangen. Besser jetzt als wenn es zu spät ist! Im weiteren frage ich mich, ob ich etwas falsch verstanden habe. Es heisst ja immer, dass Nitrofest überlackierbar sei. Wo kann ich denn dieses Zeugs sinnvoll einsetzen?

      Ich habe damit grosse Flächen an unsichtbaren Stellen direkt auf das blanke Blech angestrichen (Schweller, Radläufe an der Schwellerkante, unter der Stosstange und darüber wurde bereits lackiert in Wagenfarbe. Wo Rostporen waren, habe ich Owatrol verwendet und nach 24h mit Silikonreiniger entfettet und mit Nitrofest drüber. Auch meinen Motorträger habe ich mit Nitrofest gemacht (in 3 Schichten). Hält das jetzt alles auch nicht?

      Ich Danke Dir herzlich für Deine Professionellen Tipps. ....obwohl ich jetzt einen Dämpfer eingefangen habe! :(



      Gruss Matthias
    • Nein nein, ganz so ist es nun auch nicht. Es geht dabei um die stellen die später vom Lackierer lackiert werden sollen. Am Unterboden oder sonstigen Stellen wo nicht lackiert werden soll ist es ja was anderes. Das Nitrofest wird da schon halten. Aber der Lack den der Lackierer aufträgt hält aller Warscheinlichkeit nach nicht so lange wie er soll auf dem Nitrofest. Weil das ganz einfach völlig verschiedene Lacksysteme sind die nicht so recht zusammenpassen. Wenn du dann vielleicht noch ölige Nitroverdünnung aus dem Baumarkt benutzt hast um das Nitrofest zu verdünnen dann wird vermutlich sogar überhaupt nix auf dem Nitrofest haften. Weil diese Öle nicht richtig ausdampfen beim trocknen, das kann dann schon eine Katastrophe werden.

      So, und am Scheibenrahmen an der Klebekante ist einfach nicht bekannt ob Nitrofest dafür genug Haftung hat um die scheibe dann auch zu halten. Denn du klebst die scheibe ja nicht auf den Scheibenrahmen, sondern auf den Lack der da drauf ist. Auch wenn die Scheibe nicht tragend ist, so verwindet sich der Rahmen während der Fahrt, und das muss ausgeglichen werden vom Kleber und die Scheibe muss das stabilisieren. Wenn dann also der Kleber hält, aber der Lack auf dem er sitzt nachgibt, naja dann isses halt schlecht.
    • Danke erneut, finde ich sehr hilfreich!

      Zur Klarstellung: Das Auto muss nach dieser Aktion nicht perfekt aussehen, Mir ist der Rostschutz das wichtigste von allem! Deshalb habe ich mich hier im Forum Abende lang durchgelesen und alle möglichen Fragen gestellt, da ich bis vor kurzem gar keinen Plan hatte von diesem Thema. Ich habe aber grosses Interesse daran und bin irgendwie fasziniert davon. Anhand Deiner Aussagen, Michael, entnehme ich, dass Du denkst ich bin eher der Hobby-Baumarkt-Typ (reine Mutmassung). Dem ist nicht so, diesmal wollte ich alles richtig machen und zu keinem Zeitpunkt wollte ich sparen. Immer wieder bin ich auf dieses Brantho-Zeugs gestossen und mir wurde der Eindruck vermittelt, das ist das ultimative Zeugs! Die Werbung hat also funktioniert! (Auf diese Art von Werbung bin ich bis jetzt noch nicht reingefallen -->Ein scheinbares "Insider" Produkt das nicht überall zu finden ist und dennoch nicht das bringt was man sich erhofft). Ich halte prinzipiell nichts von Werbung und kaufe nur das, was ich wirklich will. Dann habe ich mich des Öfteren beim KSD beraten lassen, und da kam ich auch nicht um dieses Brantho-Zeugs rum. Also habe ich gross eingekauft beim KSD, unter anderem ein 24KG-Fass Sanders, FF AS-R, Nitrofest, usw....

      Wenn ich aber im Fahrzeuglackierforum die Beiträge so durchlese scheint es so, als bin ich komplett im Hobby-Sektor gelandet mit dem Brantho Nitrofest! Was völlig meiner Einstellung widerspricht, ich bin eher der Perfektionist und mache die Sachen lieber 1x, dafür gut. (Lackieren ausgeschlossen, da habe ich Nachholbedarf, deshalb muss es auf dem Dach auch nicht perfekt aussehen.

      Jetzt bin ich völlig im Schilf gelandet mit meinem scheinbar angeeigneten Wissen und muss nochmal über die Bücher.



      - Den Scheibenrahmen werde ich auf jeden Fall nochmals blank schleifen und 2K EP-Grundierung auftragen. Du sagtest, nur diese Grundierung! Was ich mich frage, diese 2K EP-Grundierungen alleine ziehen doch Wasser, oder sind das nur 2K Grundierungen die Wasser ziehen?

      - Was mache ich mit dem Rost in den Poren wenn ich mit der 2K EP-Grundierung grundiere? Geht das Zeugs in die Poren rein? Ich habe die Poren vor dem Streichen mit Nitrofest, mit Owatrol getränkt. Leider ist auch Owatrol auf das blanke Blech gelangt und ich habe es nicht abgewischt vor dem eintrocknen (ich dachte, nicht dass ich das Owatrol wieder aus den Poren wische und dachte das Owatrol lasse sich abwischen mit Silikonentferner). Heute habe ich gelesen, dass Owatrol auf blankem, entrostetem Blech nicht hält. Völlig Laienhaft, ich weiss.

      Fehler sind zum lernen da, das nächste Mal wird's bestimmt besser. Leider naht der Tüv-Termin und ich muss vorerst alles so lassen wie es ist (Bis auf den Scheibenrahmen, die Scheibe möchte ich nicht nochmal raustrennen). Danach, im Sommer, werde ich halt nochmals alles zerlegen und schauen wie sich meine Arbeit gehalten hat und mit 2K nachbessern.

      Soll ich im Sommer alles Brantho-Zeugs wieder abschleifen und alles mit 2K machen? Wie gesagt, der Rostschutz ist mir das wichtigste!



      Gruss Matthias

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Eckstein ()

    • Ja also das Problem ist ja das es halt Unverträglichkeiten gibt. nimmst du nur dein Nitrofest ist vielleicht alles super. Nimmst du vielleicht nur Owatrol ist vielleicht alles super. Nimmst du nur .......vielleicht...usw.

      Man muss immer daran denken was später noch alles auf einer Fläche verwendet wird. Und da gibt es nicht nur Lack. Es gibt auch Spachtel. Und andere Grundierungen. Und Füller..und und und. So und dies alles muss auf dem Untergrund haften können, in deinem Fall ist der Untergrund eben das Nitrofest. Da es kein 2K-Produkt (also mit härter) ist, wird Spachtel da schon nicht drauf halten. Also der wird zwar da draufbleiben, aber die Kanten vom Spachtel werden sich hochstellen oder gar ausfransen. Du wirst das nicht wahrnehmen, aber der Lackierer. Und der hat dann das Problem das er diese Kanten wieder glattbekommen muss. Und zwar so das die auch glatt bleiben wenn er anschliessend Füller aufträgt. In der Regel ist es dann nämlich so das sich diese Kanten erneut hochstellen. Das liegt daran das der Untergrund (bei dir eben das Nitrofest) quasi aufweicht und aufquellt und die Kanten vom Spachtel dann nicht mehr haften. Daher kann man eigentlich nur auf dem blanken Blech / Kunststoff oder auf einem 2k-Untergrund spachteln.

      Zu deinen Fragen,
      Es gibt 1k-Materialien, da mischt man keinen Härter rein, die trocknen einfach durch das verdampfen der Lösemittel. Dann sind sie aber immer noch löslich, das heisst man kann sie mit reiner Verdünnung wegwischen. Andere Materialien werden diese Schicht ebenfalls wieder anlösen. Auch Spachtel.

      Es gibt 2k-Materialien, die mischt man mit Härter, die trocknen zum einen durch das verdampfen der lösemittel und durch die Reaktion des Härters. Der Härter macht das Material dann beständiger gegen Lösemittel, Umwelteinflüsse usw. Trägt man dort wieder ein Material auf, wird die Schicht nicht wieder angelöst, mit Verdünnung lässt es sich nicht so einfach abwischen, deswegen muss man die auch besonders gründlich anschleifen wenn man darauf wieder was auftragen will damit man auch Haftung hat. Wenngleich es ein Zeitfenster nach dem auftragen gibt, innerhalb dieses Zeitfensters kann man eine weitere Schicht anderen oder desselben Materials auftragen ohne das man schleifen muss. Das nennt sich dann Nass-in-Nass-Lackieren, weil die Schicht noch nicht völlig durchgetrocknet ist. Das sind in der Regel so bis zu 12 Stunden nach dem auftragen.

      Es gibt eine Dampfdurchlässigkeit bei Materialien die man beim lackieren verwendet. Das heisst das jedes Material im Prinzip Wasser durchlässt, Wasser zieht, Wasser aufnimmt. Wie auch immer man es bezeichnen will. 1k-Material steht da auf unterster Stufe. 2k-Material ist besser. aber es gibt Unterschiede. 2k-Polyesterspachtel zieht Wasser, deswegen rostet es ja so gut wenn man den direkt auf blankes Blech macht, man sollte nur auf 2k-gefüllertem oder 2k-EP-Grundiertem Blech spachteln. 2k-EP-spachtel ist besser, allerdings fällt er auch langfristig stärker ein als andere Spachtel, das sieht man erst nach ein zwei Jahren, dann hat man unter Umständen wieder eine leichte Beule oder Welligkeit. 2k-Acrylfüller/Grundierfüller ist schon viel besser als 1k, der Rostschutz ist damit schon ziemlich gut. 2k-Epoxidgrundierung steht an der Spitze, es ist fast vollständig wasserdampfundurchlässig und ist daher für den Rostschutz am besten, zudem haftet es auf allen erdenklichen Untergründen am besten.

      Grundsätzlich gilt bei Grundierungen und Füllern das die ihre Vorteile, also den Schutz und die Haftung, nur erreichen wenn sie direkt auf dem blanken Untergrund sind. Sonst ist es vollkommen sinnlos.

      Die Rostporen im Blech, ja das ist immer ein Problem. Man muss versuchen die so gründlich wie möglich zu schleifen / zu bürsten. Auch wenn EP schon eine sehr sehr gute Unterdrückung von Rost hat gibt es Grenzen. Natürlich gelangt es auch in solche Rostporen, sonst wäre es ja total sinnfrei. Es darf aber kein dicker Rost oder gar Blattrost sein. Ich arbeite so das ich erstmal mit Zopfbürste auf der Flex blankmache, dann sehe ich wo loses zeug ist und hab es damit gleich weggehobelt. Anschliessend schleife ich dann von Hand mit einem Schlaifpad nach, oder wenn es eine Fläche ist auch mit einer Fächerscheibe auf der Flex oder einer 2,5er Scheibe auf der Flex. Muss man halt schauen womit man am besten eine Stelle erreichen kann.

      Die entscheidung ob du das Nitrofest wieder entfernen sollst kann ich dir nicht abnehmen. Aber überall wo lackiert werden soll KANN es später Probleme geben, wenn nicht sofort beim lackieren, dann vielleicht in einem Jahr.
    • Super!!!! Echt Toll wie sehr Du Dir Mühe gemacht hast! Das ist gar nicht selbstverständlich!

      Also eins vorab, Gespachtelt soll nicht werden. Kleinere Dellen im sichtbaren Bereich stören mich nicht. Mir geht es hauptsächlich darum, dass die Bleche unter den Plastikabdeckungen und innen am Boden und hinter den Verkleidungen nicht erneut rosten. Dort habe ich mit Brantho Nitrofest gearbeitet. All diese Stellen habe ich mit einem angemischten Original-Farbcode Lack aus der Spraydose auf das Brantho gesprüht. Sieht sogar noch ziemlich gut aus, mir reicht das so! Man sieht es ja eh nicht!


      Bleibt noch der Scheibenrahmen und die Dachkante. Dort möchte ich nachträglich mit 2K EP Grundierung arbeiten. (Brantho habe ich wieder vollständig entfernt). Wie grosse Qualitätsunterschiede gibt es bei diesen Grundierungen? Ich bevorzuge zwar Dein vorgeschlagenes Produkt zu kaufen, jedoch bin ich in der CH und bis das hier ist vergeht auch wieder einige Zeit. Wie gesagt, es geht hier "nur" um den Scheibenrahmen wo später kein Lackaufbau darauf stattfindet. Ich könnte hier in der Gegend folgendes Produkt kaufen:
      ruco.ch/de/produkte/grundierun…/rucoplast-2k-grundierung

      Ich weiss jetzt noch nicht, ob über die 2K EP Grundierung etwas drüber muss oder nicht. Du sagst es sei fast nicht Dampfdurchlässig. Was heisst "fast"?

      Weitere Frage: Ist das kontraproduktiv wenn ich trotzdem Owatrol in die Poren einziehen lasse und dann mit 2K EP drüber gehe? Die Poren sind alle blank, aber wie es ganz tief innen aussieht.....das ist für mich ein Risikofaktor.

      Wenn diese Frage geklärt ist, kann ich an meinem Scheibenrahmen weitermachen.



      Gruss Matthias

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eckstein ()

    • Es gibt eine Dampfdurchlässigkeit bei Materialien die man beim lackieren verwendet. Das heisst das jedes Material im Prinzip Wasser durchlässt, Wasser zieht, Wasser aufnimmt. Wie auch immer man es bezeichnen will. 1k-Material steht da auf unterster Stufe. 2k-Material ist besser.
      Darf ich mal nach Deinen eigenen Langzeit-Erfahrungen bezüglich der Haltbarkeit von 1K-Beschichtungen fragen? Meine eigene Erfahrung besagt nämlich, dass mit guten 1K-Produkten eine Haltbarkeit von mehr als 40 Jahren zu erzielen ist: Stahlrohrgestell mit ständiger Bewitterung im Freien in Norddeutschland, im Frühjahr 1974 grundiert mit rotbraunem 1K-Primer und grünem 1K-Wasserlinienlack. Hält bis heute ohne jedes Nacharbeiten. Meinst Du nicht auch, dass ein solcher Zeitraum von mehr als 40 Jahren den meisten Anwendern reicht? Anwendungsfälle für 2K gibt es am Auto durchaus. Aber dieses undifferenzierte Miesmachen von 1K geht nach m.E. doch an der Realität etlicher Anwender vorbei.

      Die folgende Tabelle zeigt die Schutzdauer von 3in1. Bei drei Schichten werden selbst im Offshore-Bereich mehr als 15 Jahre erreicht, die Zeitangabe gilt für normales 3in1. Die Sorten, die mit Eisenglimmer pigmentiert sind, erreichen aufgrund höherer Schichtdicke (bei drei Schichten max. 360 Mikrometer) auch entsprechend höhere Schutzzeiten von mehr als 23 Jahren bei C5. Für normale Objekte an Land gelten aber meist die Korrosionsschutzklassen C3 bis C4, so dass Schutzzeiten von 40 Jahren und länger für gute 1K-Beschichtungen möglich sind. MIR genügt das.

      [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/3in1-schutzdauer-tab-dqada.gif]

      Auszug aus dem 3in1-Datenblatt:


      Epoxi-Ersatz:
      Brantho-Korrux "3 in 1" ersetzt in Teilbereichen 2K-Epoxi-Beschichtungsstoffe.
      Bis auf die Beständigkeiten gegen 40%ige Schwefelsäure bzw. 25%ige Kalilauge erfüllt "3 in 1"
      mindestens alle Eigenschaftskennwerte im Trockenfilmzustand der Beschichtungsstoffe nach DB-TL 918300 Blatt 87.
      (...)
      Schifffahrtszeichen (WSV-Zulassung):
      Brantho-Korrux "3 in 1" ist für den Einsatz in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung als als
      Überwasser-Anstrichsystem für schwimmende Seefahrtszeichen zugelassen.
      Will gar nicht in Abrede stellen, dass 2K-Beschichtungen z. B. in Bezug auf Chemiekalienbeständigkeit oder kurze Trockenzeiten den 1K-Produkten überlegen sind. Als Autolackierer würde ich selbstverständlich auf 2K setzen. Habe 2K-Grundierfüller auch schon selbst für Stellen im Sichtbereich benutzt, die hinterher mit Metallic- und Klarlack beschichtet wurden. Wenn ich mir eine Grundierung kaufen sollte, würde ich trotzdem höchstwahrscheinlich zu Nitrofest greifen - passt am besten zu meinem Anwenderprofil.

      Wenn ich aber im Fahrzeuglackierforum die Beiträge so durchlese scheint es so, als bin ich komplett im Hobby-Sektor gelandet mit dem Brantho Nitrofest!
      Nein, bist Du nicht. Schau Dir mal diese Seite eines Fachbetriebes an, vor allem den letzten Absatz. Aber, letztlich bist Du doch Hobby-Anwender, oder nicht? Die Trocknungszeiten von BK Nitrofest sind für eine Lackierwerkstatt zu lang, das Zeug scheidet für diese Berufsgruppe meist aus. Deshalb wirst Du auch schwerlich Lackierer finden, die wirklich eigene Erfahrungen mit BK Nitrofest haben. Ich würde mich bei Leuten umhören, die etwas Ähnliches gemacht haben wie Du, nämlich ein altes Auto über einen längeren Zeitraum in Eigenarbeit wieder aufzubauen. Dazu ist Nitrofest als Primer offenbar sehr wohl geeignet. Wenn Du nach Infos in Foren suchst, dann halte ich einen Thread wie diesen >> für aussagekräftig. Zur These, dass Nitrofest sich nicht mit 2K verträgt, findet man auch diesen Beitrag:
      "Ich habe - um auf Nummer Sicher zu gehen- bei Branth angerufen und der Senior persönlich hat mir gesagt das auf Brantho nitrofest problemlos 2-K Lacke verwendet werden können." (Link)

      Auszug aus dem Nitrofest-Datenblatt:
      "nitrofest'' kann mit allen geprüften 2-K-Lacken
      überlackiert werden, z.T. sind 24 Stunden Wartezeit
      empfehlenswert (kein Zwischenschliff notwendig) PDF
      Im Gegensatz zu 3in1 habe ich BK Nitrofest noch nicht benutzt und auch noch nichts beim KSD gekauft. Aber wenn Dir das KSD das BK Nitrofest empfiehlt und etliche Anwender in ähnlicher Situation wie Du mit dieser Grundierung gute Erfahrungen gemacht haben, dann würde ich diese Grundierung nehmen.

      Aber der Lack den der Lackierer aufträgt hält aller Warscheinlichkeit nach nicht so lange wie er soll auf dem Nitrofest. Weil das ganz einfach völlig verschiedene Lacksysteme sind die nicht so recht zusammenpassen.
      Wie oft hast Du BK Nitrofest schon benutzt?

      MfG, Hanseat [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/vanishcbrh.gif]