Alten Unterbodenschutz "auffrischen" - bringt das wirklich was?

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    • Alten Unterbodenschutz "auffrischen" - bringt das wirklich was?

      Hallo!

      Ich stelle hier mal eine evtl. blöde Frage:

      Angenommen, ich habe einen äusserlich gut aussehenden Unterboden, ist jedoch unterrostet und nicht sichtbar. Darüber sprühe ich FF AS-R oder MS.
      Bringt das wirklich was, oder kommt mir irgendwann das aussen schön gefettete Stück Unterboden entgegen?

      Ich tu mich irgendwie schwer mit der Vorstellung, dass der alte Unterboden VOLLSTÄNDIG von MS oder FF durchdringt wird. Eine innere Stimme sagt mir immer "Abschleifen, nur dann hast du Gewissheit". Aber wenn ich bei 8 Autos die ich unterhalten soll, bei jedem den kompletten Unterboden + Radkästen freilegen soll, werde ich wahnsinnig!

      Kann mich jemand beruhigen oder hat meine innere Stimme recht? 8|
    • Ich tu mich irgendwie schwer mit der Vorstellung, dass der alte Unterboden VOLLSTÄNDIG von MS oder FF durchdringt wird.
      Geht mir auch so. Ich würde mich nicht zu 100 Prozent darauf verlassen, dass das FF durch eine dicke PVC-Schicht dringt. Es kann klappen, im kleinen Rahmen: Habe mit AS-R einige Hohlräume behandelt, die sich hinter den Heck-Radkästen verbergen. Da ist inzwischen zu erkennen, wie das AS-R ganz allmählich rund um die Hohlraumstopfen von innen nach außen gewandert ist, und zwar ist es in die Steinschlag-Schutzschicht des Radkastens hineingezogen. Das hat aber Monate bis Jahre gedauert.

      Wenn Du aber eine versteckte Unterrostung etwas größerer Art hast, ist die Methode nicht wirksam. Da stimmt das Verhältnis nicht: Wenn Kriechöl durchdringt, dann ist es zu wenig, um ein Rostnest zu stoppen.

      Eine innere Stimme sagt mir immer "Abschleifen, nur dann hast du Gewissheit".
      Die andere Möglichkeit ist, den Original-Unterbodenschutz sorgfältig nach Unterrostungen abzusuchen und dann nur diese Stellen zu sanieren, falls Du welche findest. Das wird auch häufig empfohlen, da ein gut haftender Original-Unterbodenschutz seinen Zweck weiterhin prima erfüllt und außerdem entdröhnend wirkt. Ziemlich frustierend, den ganzen Unterbodenschutz zu entfernen und dann zu merken, dass es eigentlich nicht nötig war.

      Vielleicht vorhandene Unterrostungen musst Du suchen: Du kannst den Unterboden mit dem Griff eines Schraubenziehers abklopfen und dabei die Ohren spitzen. Oder schauen, ob irgendwo minimale Beulen in der Schutzschicht zu sehen sind. Oder nach berüchtigten Roststellen für Deinen Fahrzeugtyp fragen und dort gezielt "bohren".

      Habe auch überlegt, ob ich den Unterboden komplett strippe - und mich dagegen entschieden. Der Zustand der Beschichtung war noch gut, und ich habe dann nach gründlicher Reinigung klaren Bootslack aufgetragen. Der Unterboden hat damit eine salzwasserbeständige Schutzschicht, bleibt aber inspektionsfähig:

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      Ein paar weitere Sätze schreibe ich in Deinem anderen Thread.


      MfG, Hanseat [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/vanishcbrh.gif]
    • Durch eine PVC-Schicht (Steinschlagschutz) dringt nichts durch. Unterbodenschutz wird aber gut eingeweicht. Das dumme ist nur das ein Auto meist komplett mit Steinschlagschutz überzogen ist, der anschliessende Unterbodenschutz nur in Teilbereichen.

      Es ist schon richtig das man die Stellen finden und sanieren muss. Alles andere ist in der Regel Zeitverschwendung. Normalerweise sind Stellen wo sich Bleche überlappen pauschal rostig, kann man glaub ich schon so sagen. Vielleicht nicht immer dick rostig, aber bestimmt schon in der beginnenden Phase wo sich das Blech dunkler färbt aufgrund von Flugrostansatz. hilft nur entrosten und EP drauf.
    • Ok, das bestätigt mal soweit meine Befürchtungen. Natürlich habe ich alle Blechüberlappungen geflutet mit FF AS-R und nach 1 Jahr bin ich mit Sanders hinterher.
      Am Unterboden kann ich nichts schlechtes feststellen, überall abgedrückt und nichts knuspert. Aber ich weiss trotzdem nicht ob es irgendwo beginnt zu Rosten.

      Summa Summarum: Man soll alten UBS lassen solange er nicht beschädigt ist, parallel kann man aber nie Sicher sein was sich hinter dem gut aussehenden UBS verbirgt und durchdringen kann man ihn nicht mit irgendwelchem Fett oder Sanders Wunder-FETT-Vaseline Gelb

      Ok, wenn es also wirklich lange halten Soll scheinen gar keine Wege an einer Chem. Entrostung vorbei zu führen. Stimmt soweit meine Interpretation der Dinge?

      Gruss Matthias

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Eckstein ()

    • Naja, so gleich die dicke Keule in From von Chemischer Entrostung oder komplettem Sandstrahlen zu nehmen ist selten Zielführend finde ich. Kann man natürlich machen, aber dann muss man auch die weiteren Folgen bedenken.

      Zum einen das Auto nackt machen, völlig nackt. Sonst bringt das ja nichts. Hat zur Folge das man dann auch wieder alles zusammenbauen muss. Und spätestens dabei geben die meisten dann auf. Wenn man das nicht schon zigmal vorher gemacht hat, dann kann man ein Auto zwar zerlegen, aber zusammenbauen ist was völlig anderes, da muss man wissen was man wie, warum und wann tut. Irgendwas zu früh montiert und schon bekommt man zig andere Teile nicht mehr montiert. Wenn es ganz schlehct läuft merkt man es erst wenn man drumherum schon zig andere Teile dazumontiert hat die dann alle wieder raus müssen. Aber okay, es ist eine lösbare Aufgabe.

      Die andere Sache ist das nötige Kleingeld und Fachbetriebe die sich an Termine halten, was eher schwer ist. Viele Betriebe bieten an die Karosserie im Anschluss mit EP zu grundieren und das sollte man auch machen lassen. Denn behandeltes Blech rostet binnen weniger Tage. Gerade beim chemischen entrosten kann das schnell mal eine Katastrophe werden wenn der Betrieb nicht weiss was er tut. So darf man z.b. nicht mal eben Fahrwerksteile aus Guss oder Federstahl oder härteren Stahlsorten chemisch entrosten. Das führt zu Wasserstoffversprödung welche die Teile schnell brechen lässt. Ebenso darf man Federstahl nicht nachträglich Sandstrahlen.

      Also diese ganzen Sachen muss man dann auch von Hand entrosten. Man muss bedenken das die anschliessende Grundierung mit EP oft nur sehr dürftig ist, eher als temporärer Rostschutz zu sehen. Da muss auf jeden Fall nochmal richtig angeschliffen werden und nochmal deckend EP drauf. Ohne anschleifen haftet dr folgende Lackaufbau sonst nicht auf dem EP. Muss man mit dem Betrieb der das macht absprechen wie die das grundieren und ob das dann schon ausreichend Lackierfähig ist. Sprich 1,5 bis 2 Schichten EP müssen drauf sein damit nach dem anschleifen noch genug übrig ist.
    • @Michaelz:

      Dieses Auto kenne ich so gut dass ich mit jeder Schraube per "Du" bin :) Habe es schon 2x komplett zerlegt und ein baugleiches ebenfalls und unzählige andere, baugleiche geschlachtet. An dem sollte es nicht scheitern.

      Das Problem wird eher das "Kleingeld". Erst steht die Familie im Vordergrund. Solange die jetzt-Zustand hält mache ich nichts, beobachte aber alles periodisch und arbeite ggf. nach. Problematisch sind einzig die unsichtbaren Stellen wo Steinschlagschutz oder UBS dran ist. Das ist mein Restrisiko.

      Danke für Deine Ausführungen!
      Gruss aus der CH, Matthias