Audi 80 Typ89 - Unterboden richtig entrosten

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    • Audi 80 Typ89 - Unterboden richtig entrosten

      Hallo,

      mein Name ist Andreas, ich komme aus München, bin gelernter EMech und bin etwas über 40 Jahre alt.

      Bei dem Auto um das es sich handelt, ist ein Audi 80 Typ89 Bj90, der schon seit über 21 Jahren in meinem Besitz ist.
      Audi selbst hat ja durch die Vollverzinkung damals schon sehr viel gegen die braune Pest gemacht,
      aber leider gibt es über die Jahre dann doch ein paar Stellen an denen es dann doch blüht.
      Ansonsten wurde der Unterboden in den vergangenen Jahren stiefmütterlich behandelt - sprich: es wurde nix gemacht.

      Ganz unschuldig bin ich dabei zum Teil bei den Baschädigungen auch nicht, allerdings hoffe ich das Ihr mir Rat und Tipps geben könnt, um die braune Pest (zumindest für die nächsten Jahre) in Schach zu halten.

      Was mich erstmal intressiert, wie bekomme ich die betroffenen Stellen wieder "Rostfrei" bzw so das es aktzeptabel ist.
      Das Auto ist zur Zeit aufgebockt und ich hab bis Anfang Oktober Zeit.

      1. Loser Unterbodenschutz - offene Blechstellen
      Im Bereich der Radläufe sind einige Stellen an denen Dreck und Wasser den UBS abgetragen haben, allerdings noch kein bis kaum Rost entstanden sind. Im Bild unten die Stellen unterhalb von dem Stehblech zB

      Ich würde hier alle losen Teile des UBS entfernen und Brunox Epoxy vorsorglich behandeln.





      2. Stehbleche
      Dadurch das ich selber meine Reifen wechsle, sind die Stehbleche rundum verbogen und haben Rost.
      Siehe Foto oben ... :(

      Wie entroste ich diese Stehbleche am besten ?
      Wie bringe ich die Stehbleche wieder in Form ?

      3. Flecken am UBS großflächig
      Eine Stelle gibt es, ca 20x30cm groß, die ist braun - vermutlich unter dem UBS noch mehr.
      Hier würde ich mit der Reinigungsscheibe und Akkuschrauber den USB abtragen.




      4. Stopfen die am Rand rosten
      Auch hier würde ich den UBS mit Reinigungsscheibe und Akkuschrauber entfernen.
      Soweit es möglich ist auch von der anderen Seite.





      5. Bremsleitungen / Benzinleitungen
      Wie mache ich die am besten sauber ?

      Vielen Dank schon mal für Eure Antorten.

      Andreas
      Bilder
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    • Hallo und willkommen! :)

      Bei solchen Schäden ist immer sorgfältige Arbeit Notwendig, generell wenn man Rost bekämpfen will. Ich würde so vorgehen:

      - Alle Roststellen grossflächig mit einer rotierenden Zopfbürste blank schleifen bis du wirklich rundherum auf gesundes Blech stösst.
      - Die Roststelle nach Möglichkeit Sandstrahlen, ansonsten Pelox RE einsetzen (danach sehr gut wieder abwaschen!!)
      - Das Blech mit Silikonentferner absolut Fettfrei machen und nichts mehr anfassen
      - 2K Epoxy Grundierung auftragen und gut trocknen lassen.
      - 2K Eisenglimmer drüber (Optional,2K EP alleine schützt bereits hervorragend).
      - An gefährdeten Stellen wieder Steinschlagschutz drüber, ansonsten so sein lassen wie oben.

      Im weiteren, nachdem Du alle Roststellen so behandelt hast, würde ich den gesamten Unterboden + Radkästen mit Fluidfilm AS-R einsprühen. Dieses Zeugs ist wirklich super, es wird vom alten Unterbodenschutz aufgesogen und macht diesen wieder geschmeidig. Sei nicht Sparsam damit! Aber Vorsicht: FluidFlim lässt öfters Gummiteile Aufquellen!! Nicht Gummis damit einsprühen!

      Nach ca. 6 Monaten, wenn Fluidfim AS-R eingezogen wurde, kannst Du Seilfett drüber spritzen, das ist ein hervorragender Schutz gegen äussere Einwirkungen wie Salzwasser, etc.. Das Seilfett in den Radkästen würde ich 1x Jährlich kontrollieren und ggf. nacharbeiten.

      Im weiteren, was ebenfalls SEHR wichtig ist die Konservierung der Hohlräume. Dazu müsste man am besten mit dem Endoskop schauen wie es da innen aussieht. Sehr oft rostet das Auto von innen nach aussen, also dort könnte es die eine oder andere Überraschung geben. Da es dort auch sehr schwierig wird Reparaturen auszuführen muss man mit dem Ist-Zustand leben und das beste rausholen. Nur wenn Durchrostungen da sind, kommst du um eine Reparatur nicht herum. Mein Vorgehen hier:

      - Bei starken Anrostungen: Fluidfilm AS-R einwirken lassen für ca. 6 Monate. Nach 6 Monaten die Hohlräume mit PX11 / Mike Sanders fluten.
      - bei leichter bis mittlerer Verrostung: Direkt PX11 / Mike Sanders.


      Falls Du kein Endoskop zur Verfügung hast, gehst du am besten von starken Anrostungen aus. Kann aber auch sein dass PX11 / Mike Sanders alleine genügt, man weiss es eben nicht genau ;)

      Bei Hohlraumbehandlungen musst Du generell von allen möglichen Seiten her Fluten. Kann also sein dass unter dem Bodenteppich noch Wartungslöcher für den Hohlraum sind. Ist aber nicht nötig den ganzen Innenraum zu demontieren falls man mit der Sonde genügend weit eindringen kann.


      Generelle Tipps für die Konservierung:
      - Blechüberlappungen sind sehr Rostgefährdet ---> gut konservieren mit Sanders / Fluidfilm.
      - Radkästen von innen her ebenfalls konservieren.
      - Türen, Motorhaube, Kofferraumdeckel, Dach haben ebenfalls genügend Hohlräume + Blechfalze ;) --->Konservierung nötig!
      - Vor dem Fluten der Hohlräume mit Fett, alle Hohraum-Wartungsstopfen entfernen und die Hohlräume mit Wasser reinigen. Falls sich Dreck oder Salzreste darin befinden wäre das sehr ungünstig, da solche Sachen Hygroskopisch sind. (Vor der Konservierung einige Tage trocknen lassen).
      - Unterboden vor der Behandlung sehr gut Reinigen (Hochdruckreiniger z.B).


      Wie Du siehst konserviert man sein Auto am besten bei warmem Wetter! Alleine schon wegen der Kriechfähigkeit der verwendeten Mittel und dem Austrocknen der Hohlräume nach der Reinigung mit Wasser.

      Viel Spass :)

      Gruss Matthias

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Eckstein ()

    • Hallo Andreas,
      auch ich hatte 16 Jahren lang einen AUDI 80 - B4 von 1991, der dann mit 560000 den Motortod fand.
      Dank der Verzinkung hielt ich Rostschutz lange Zeit für überflüssig, was sich dann als Trugschluss herrausstellte.

      Zu Deinem Problem:
      Bis vor einigen Jahren hielt ich eine Flex für ein klasse Hilfsmittel bei der gründlichen Entrostung. Inzwischen bin ich der Meinung, dass Sandstrahlen das einzig wirklich wahre Mittel ist. Mit der Flex kommst Du an die interessanten Stellen gar nicht heran: Ecken, Falzen, Hohlräume am Unterboden. DA sitzt meist das echte Problem. Ohne Sand-keine Chance.

      Klar kannst Du die flachen Stellen mit einem Negerkeks oder einer Fächerbürste entrosten (Turboigel, Agresso Power...), Zopfbürste...bin ich von ab.

      Es gibt im Forum einige, die auf Epoxy schwören. Wenn 100% des Rostes weg ist, mag das gut sein. Ich hatte letztens die Unterseite der Motorhaube meiner Frau strahlen lassen und naturgemäß können die Verstärkungen nicht perfekt gestrahlt werden. Es blieb ganz geringer Restrost übrig. GANZ GERING!

      Lackiert habe ich dann mit 2K Sigma Cover 630 - was Gutes aus dem Schiffsbau.
      Nach nur einem Jahr kommt der Rost schon wieder.

      Also doch wieder Owatrol + Brantho Korrux in Zukunft. Der ganze Unterboden meines Patrol ist vor 3 Jahren damit gemacht worden.
      ROSTEGAL hatte ich letztens nach vielen positiven Berichten auch mal am Patrol verwendet an einer Stelle, die von der rechten hinteren Bremsscheibe abgedeckt wird. Die gleiche Stelle unter der linken Scheibe mit Brantho Korrux 3in1.
      Wenn die nächsten Scheiben fällig sind, kann ich sagen, welches Mittel das Bessere ist.

      Frank
    • Das pelox re würd ich weglassen, das mindert alles nur die Haftung des Epoxid. Das geht grundsätzlich nicht, wird nie gehen, wird sich auch nie was dran ändern. Epoxy muss auf blankes Blech. Im Idealfall vollkommen rostfreies, aber ich hab auch schon viel mit Epoxyd gemacht das nicht völlig blank entrostet war sondern eben nur Zopfbürstenentrostet und nachgeschliffen. Das nachschleifen ist wichtig wenn es dicker blättriger Rost ist denn den kann man mit ner Zopfbürste nicht entfernen. Der wird damit nur poliert und sieht dann so leicht schwarz glänzend aus. Zopfbürste ist immer nur für angerostetes Blech, kann auch schwer angerostet sein, aber nicht blättrig-rostig.

      Stobi, wie nimmst du was aus dem Schiffsbau? Ein Auto ist kein Schiff und die Anforderungen sind völligst verschieden. Ich kanns nur immer wieder sagen, was fürn Gartenzaun oder fürs Schiff gut ist kann am Auto nur versagen. Ob es beim Schiff oder Zaun am 15mm dicken Stahl weiterrostet ist nämlich egal. Da wird sowieso alle zwei Jahre neu geschliffen und gestrichen. Beim Auto ist das Blech dann schon weg.
    • michaelz schrieb:

      Das pelox re würd ich weglassen, das mindert alles nur die Haftung des Epoxid. Das geht grundsätzlich nicht, wird nie gehen, wird sich auch nie was dran ändern. Epoxy muss auf blankes Blech.
      Hm, ich denke schon, dass man beim Korrosionsschutzdepot die Eigenschaften der Produkte einigermaßen kennt:

      "Das Blech ist nach der Pelox-Behandlung
      absolut rostfrei, wie neues Metall, dies ist
      der große Unterschied zu den Rostkonservierern
      und Rostumwandlern, die immer eine
      Beschichtung auf dem Metall erzeugen.
      "

      michaelz schrieb:

      Stobi, wie nimmst du was aus dem Schiffsbau? Ein Auto ist kein Schiff und die Anforderungen sind völligst verschieden. Ich kanns nur immer wieder sagen, was fürn Gartenzaun oder fürs Schiff gut ist kann am Auto nur versagen.
      Die Anforderung ist am Schiff wie am Kfz gleichermaßen, den Stahl von Wasser und Sauerstoff abzuschirmen und damit am rosten zu hindern. Einsatz am Schiff bedeutet die höchste Korrosionsklasse C5-M. Höher können die Anforderungen an den Rostschutz nicht sein.

      Eine fundierte Erklärung, warum z. B. der Hempel Light Primer (2K-EP) bei Bootsstahl auch im Unterwasserbereich einen dauerhaften Korrosionsschutz bietet und am Kfz-Unterboden nichts taugen soll, würde mich sehr interessieren.

      Was sagen denn die Hersteller dazu?

      Angaben zu Bricazink 2K-Epoxy-Zinkstaubfarbe:
      Für sandgestrahltes Eisen und Stahl wie Metallkonstruktionen,
      Brücken, Fahrzeugaufbauten, Container usw. und als Punktschweissfarbe
      oder Unterwasseranstrich.
      "

      Hersteller-Angaben zu 2K-Zinkstaubgrundierung EP806 von Epiform:
      "Vorzugsweise im Stahlschiffsbau, Stahl- u. Stahlwasserbau, Brückenbau,
      Chemieanlagenbau, Zisternen, Tanks, Silos, Masten, Rohrleitungen,
      Stahlträger, Zäunungen etc., Fahrzeugbau (Restaurationen > Kaltverzinkung von Fzg.-Karrosserien)
      "

      1K-Penetriermittel - oxidgelb von "Militärlacke"
      "Der Primer, ursprünglich für den Schiffsbau entwickelt und dort immer noch eingesetzt, findet seit Jahrzehnten
      auch erfolgreich Anwendung im Bereich der Oldtimerrestauration und Metallbau!
      Kenner schwören auf dieses Mittel und möchten es nicht mehr missen.
      "

      Mipa-Grundierfüller:
      ""Mipa EP-Grundierfüller ist ein chromatfreies 2K-Epoxidharzmaterial für die
      rationelle PKW- und Großfahrzeuglackierung, Bootslackierung und ähnliches.
      "

      Die Fluid-Film-Produkte stammen ursprünglich ebenfalls aus dem Schiffsbereich.
      Brantho Korrux 3in1 ist nach Herstellerangaben auch als Überwasser-Anstrich für schwimmende Seezeichen zugelassen.
      Und der Bootslack, den ich vor sieben oder acht Jahren auf den Unterboden gestrichen habe, hat sich bis heute bewährt. Würde ich jederzeit wieder nehmen.

      MfG, Hanseat [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/vanishcbrh.gif]
    • Ja das Problem ist das Autoblech aus überlappen Blechen besteht. Dazu vibriert es, arbeitet, Spalte öffnen und schliessen sich dabei. Das hast du bei einem Schiff zb alles nicht. Da sind es glatte Flächen ohne Spalte und arbeitende Überlappungen. Deswegen bringt ja auch Hammerit nicht viel am Auto, das ist für Gartenzäune. Diese ganzen Sachen dienen ja dazu die Oberfläche abzusperren, verhindern aber nicht das es darunter weiterrostet. Das können Sachen die fürs Auto gedacht sidn einfach besser. Wiederum können die Sachen fürs Auto auch für ein Schiff geeignet sein weil die Flächen am Auto stärker beansprucht sind hinsichtlich Bewegung, Vibration usw.

      Ja, ein Schiff vibriert 500mal mehr als ein Auto. Aber das Schiff hat eben nicht diese ganzen dünnen überlappenden Bleche.

      Ich hab dies ganze Zeug ja früher auch immer benutzt. Deswegen benutz ich die jetzt auch nicht mehr weil ich jedes Jahr aufs neue ran musste. Seit ich KFZ-Produkte benutze hat das ein Ende.

      Fluidfilm undso ist ne andere Sache. Das sind ölige Mittel die dauerhaft nachkriechen wenn sich irgendwo ein Spalt auftut. Aber nur weil ein Schiff im Wasser schwimmt kannste Fluidfilm am Auto trotzdem nicht da einsetzen wo Wasser immer durchspült. Den Radkästen und am Unterboden halt.
    • michaelz schrieb:

      Ja das Problem ist das Autoblech aus überlappen Blechen besteht. Dazu vibriert es, arbeitet, Spalte öffnen und schliessen sich dabei.
      Na ja, für den Rostschutz zwischen überlappenden Bleche nehme ich weder 2K-EP noch sonst irgendeinen Primer oder Lack. Sondern PX-11 oder die dünneren Sachen von Fluid Film. Wenn man PX-11 oder Mike Sanders mit der Heißluftpistole verflüssigt und zwischen die Bleche treibt, hat man dort einen sehr dauerhaften Rostschutz. Den wenig aussichtsreichen Versuch, zwischen aufeinanderliegenden Blechen wirksam zu entrosten und zu lackieren, spare ich mir doch lieber.

      Wie man an den Beispielen im Posting weiter oben sieht, unterscheiden sogar einige Hersteller von 2K-EP nicht zwischen der Anwendung am Kfz und am Boot. Selbstverständlich kann man einen 2K-EP-Primer für beides nehmen. Einem 2K-EP-Primer sind die Verwindungen und Vibrationen am Auto völlig egal. Der haftet in jedem Fall. Da kann ruhig auf der Dose stehen, dass es sich um einen Primer für Schiffe handelt, das ist völlig wurscht. Wenn Otto Normalverbraucher einen 2K-EP-Primer für Unterboden oder Radkästen sucht, dann kann er auch den Hempel Light Primer nehmen. Den findet man bei Bauhaus in der Bootsabteilung, und er ist deshalb nicht schlechter.

      Brillux teilt für seinen 2K-Epoxi-Haftgrund 855 auch nur ganz allgemein mit, dass er Rost passivierend ist und als Grundierung eingesetzt wird "auf Stahlteilen, an die hohe mechanische und chemische Ansprüche gestellt werden." Ob diese Stahlteile nun an einem Boot oder an einem Auto oder sonstwo sind, lässt Brillux offen.

      Die These, dass es wegen der Materialstärke des Stahls beim Rostschutz im maritimen Bereich nicht so drauf ankommt, stimmt so nicht. Wegen der extremen Korrosionsbelastung würde der Rost so schnell voranschreiten, dass es nach relativ kurzer Zeit zu schweren Schäden kommt. Je häufiger ein Schiff zur Überholung in der Werft liegt, desto weniger fährt es kein Geld ein. Und je länger der Rostschutz an einem Offshore-Windpark hält, um so billiger für die Betreiber.

      Für maritime Anwendung sind die Schichtdicken der Rostschutzanstriche viel höher als für Onshore, außerdem werden Opferanoden eingesetzt. Den Korrossionschutz für Schiffe und Offshore-Objekte mit einem Gartenzaun-Rostschutz gleichzusetzen, das ist schon sehr abseitig.

      michaelz schrieb:

      Wiederum können die Sachen fürs Auto auch für ein Schiff geeignet sein weil die Flächen am Auto stärker beansprucht sind hinsichtlich Bewegung, Vibration usw.
      Wie gesagt, Bewegung und Vibration sind einem 2K-EP-Primer völlig wurscht. Echte Beanspruchung entsteht durch mechanischen Abrieb und Salzwasser, und diese Beanspruchung ist am Schiff logischerweise viel höher als am Auto. Um damit fertig zu werden, zählt vor allem die Schichtdicke eines Anstrichs.

      Beispiel Standox Grundierfüller fürs Auto: Man benötigt 2 bis 3 Spritzgänge für eine Schichtdicke von gerade einmal 90 Mikrometern. Für Decksflächen eines Schiffes wären sechs bis sieben Spritzgänge mit dem Standox-Grundierfüller nötig, um auf die nötigen 210 Mikrometer als Trockenfilmdicke zu kommen. Das tut sich im professionellen Schiffbau niemand an. Mit Hempadur 17630 schafft man 150 Mikrometer pro Schicht. Mit Intergard 475HS (2K-EP-Zwischenbeschichtung für den Offshore-Bereich, Kräne und Brücken) lassen sich 200 Mikrometer Trockenfilmdicke in einem Arbeitsgang erzielen.

      Mit den Eisenglimmer-Varianten von Brantho-Korrux 3in1 schafft man 60 bis 120 Mikrometer in einem Arbeitsgang. Das ist nicht 2K-EP, funktioniert aber für Unterboden und Radkästen trotzdem einwandfrei, so meine Erfahrung.

      Zu den Verwindungen, denen ein Schiff ausgesetzt ist, lohnt sich ein Blick in dieses Video.

      MfG, Hanseat [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/vanishcbrh.gif]
    • Naja okay. Aber zu Verwindung musste das mal so sehen, ein Schiff soll sich von mir aus auf seiner ganzen Länge Meterweise verbiegen. Auf 1cm macht das so gut wie gar nix aus. Am Auto verwindet es sich dagegen deutlich. Das meine ich jetzt nicht auf glatte Blechflächen bezogen sondern auf Spalte z.B. Ja und wenn der Rostschutz da anfängt abzuplatzen dann kommt da irgendwann Rost und dann wandert es weiter. Das man alte nicht entrostbare Kanten von innen nicht mit EP zukleistert ist ja klar, aber von aussen muss man da schon was machen.

      Und was die Schichtdicke angeht, gerade das ist ein Problem. Es hat ja einen Grund wieso man am Auto nicht endlos dick aufträgt. Weil es dann umso schneller Risse bekommt und abplatzt. Ein so dicker Film ist nicht mehr elastisch genug. Aus dem Grund gibt es ja halt auch Produkte fürs Auto, und eben andere.

      Farbdose. Der vollgekleckerte Rand, da platzen die dicken Kleckse ab, die dünnen nicht.
    • michaelz schrieb:

      Aus dem Grund gibt es ja halt auch Produkte fürs Auto, und eben andere.
      Aber auch welche, die man nach Herstellerangabe für beides nehmen kann. Jut, ich kann auch nicht sagen, ab welcher Schichtdicke ein 2K-EP am Auto problematisch wird. Dazu müsste man einen Biegetest machen. Ich denke aber, dass z. B. Kräne oder die Lukendeckel eines Schiffes, die dickschichtig mit 2K lackiert sind, auch einiges Verwindungen aushalten müssen, ohne dass das Zeug rissig wird und abplatzt. Generell: Je höher die Schichtdicke, desto besser der Rostschutz. Im Gegenzug gilt, was Martin Semmelrogge in "Das Boot" sagt: "Irgendwann ist natürlich Schluss".

      Kommt dann auch auf das Auto an. Ein Mercedes G verwindet sich weniger als ein Mercedes SLK. Also müsste der G höhere Schichtdicken vertragen. Fälle aus der Praxis, wo jemand zu dick 2K-EP-Primer aus dem Schiffsbereich am Unterboden aufgetragen hat und das Zeug dann rissig wurde und abgeplatzt ist, sind mir noch nicht untergekommen. So was wird kaum zu finden sein.

      Einen Biegetest habe ich zu POR15 gefunden, scheint bei richtiger Anwendung einiges auszuhalten. Hier der Link.

      MfG, Hanseat [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/vanishcbrh.gif]
    • Andersrum wird das bei einem Schiff auch keiner kontrollieren. Unters Auto legt man sich schon ab und zu mal drunter und kontrolliert die Kanten. Da fällt das dann halt auch auf was da hält und was nicht oder wo es rissig wird usw. Wie gesagt, bis sich ein Schiff soweit biegt wie ein Blech am Auto wäre das Schiff auf der gesamten Länge schon einmal im Kreis rum.

      Denk mal an hochheben auf der Bühne wie da die Kanten verbogen werden manchmal. Wenn es da dann an den knicken in der Nähe der Kanten die da sind immer gleich abplatzen würde dann wärste ja pausenlos am pinseln.

      Por15 ist wie eine Folie biegbar, das habe ich damals auch probiert. War ich ja auch begeistert von wie zäh der Film wird. Aber da die Haftung unter aller Sau war und der Rostschutz nichtmal auf Baumarktgrundierungsniveau war hab ich das ja aufgegeben. Ich dachte ja das man das eben gut für die Stellen nehmen könnte die man kaum zum entrosten erreicht. Und das es ja P.aint O.ver R.ust heisst... Zum Glück hab ich es früh genug erkannt. Als ein Auto rostete was ein halbes Jahr trocken in der Halle stand.